Saalekreis

Saalekreis: Rauchschwaden verdunkeln Himmel über Kohlefabrik

HALLE/QUEIS/MZ. - Dicker, schwarzer Qualm dringt aus der Produktionshalle der Grillkohlefabrik im Gewerbegebiet Queis. Die Wolke ist bereits vom halleschen Stadtteil Reideburg aus zu sehen. Auch ortskundige Kraftfahrer auf der Autobahn 14 ahnen schnell, dass es im Gewerbegebiet brennt. Am Einsatzort laufen an diesem Montag gegen 8 Uhr zahlreiche Feuerwehrleute umher: Ihre Gesichter, die Schutz-Kleidung und die Helme sind schwarz von Ruß. Die meisten von ihnen kennen diese Situation bereits gut und wissen, wie viel Arbeit in diesem Moment vor ihnen liegt: Denn es ist in diesem Jahr der dritte Brand, der in der Grillkohlefabrik ausgebrochen ...

Von JAN MÖBIUS 26.07.2010, 18:38

Dicker, schwarzer Qualm dringt aus der Produktionshalle der Grillkohlefabrik im Gewerbegebiet Queis. Die Wolke ist bereits vom halleschen Stadtteil Reideburg aus zu sehen. Auch ortskundige Kraftfahrer auf der Autobahn 14 ahnen schnell, dass es im Gewerbegebiet brennt. Am Einsatzort laufen an diesem Montag gegen 8 Uhr zahlreiche Feuerwehrleute umher: Ihre Gesichter, die Schutz-Kleidung und die Helme sind schwarz von Ruß. Die meisten von ihnen kennen diese Situation bereits gut und wissen, wie viel Arbeit in diesem Moment vor ihnen liegt: Denn es ist in diesem Jahr der dritte Brand, der in der Grillkohlefabrik ausgebrochen ist.

Bereits am 12. April und am 6. Mai mussten zahlreiche Feuerwehren der Region zu Löscheinsätzen nach Queis ausrücken. Auch damals das gleiche Bild: dicker schwarzer Rauch, der aus der Produktionsanlage für Grillkohle aufstieg. Verletzt wurde, wie auch Montag, niemand. Der Schaden allerdings war bei den ersten beiden Bränden extrem hoch. Von mehreren hunderttausend Euro sprach die Polizei. Wie hoch der Schaden beim dritten Brand ist, konnte Montag noch nicht gesagt werden.

Wurden die ersten Brände noch auf technische Defekte an den Anlagen zurückgeführt, gehen die Ermittler der Polizei im aktuellen Fall von Selbstentzündung gelagerter Kohle aus, wie der Sprecher des Reviers Saalekreis, Jürgen Müller sagte. "Wir haben die Gewerbeaufsicht hinzugezogen, um prüfen zu lassen, ob bei der Lagerung Fehler gemacht worden sind", äußerte Müller. Erst dann seien genauere Aufschlüsse über die Ursache möglich und auch darüber, "ob weitere Ermittlungen notwendig werden".

Unterdessen wächst in der Stadt Landsberg, zu der Queis und Teile des Gewerbegebiets, das an den Osten Halles grenzt, gehören, der Unmut. Bürgermeister Olaf Heinrich (CDU) fand Montag zu der Häufung der Brände gegenüber der MZ klare Worte: "Das ist ein Unding. Wir hätten anderes zu tun, als ständig in diesem Betrieb Feuer zu löschen", sagte er. Heinrich hat sich noch während des Einsatzes selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. "Die Belastung für unsere Einsatzkräfte bei diesen Bränden ist extrem hoch. Zum Glück ist der Rauch nicht in bewohnte Gebiete gezogen." Der Bürgermeister forderte eine rasche und vor allem genaue Untersuchung des neuerlichen Vorfalls. Er selbst wolle das Gespräch mit der Geschäftsführung des Unternehmens suchen, kündigte Heinrich an. Für die MZ war der Firmenchef Montag nicht erreichbar.

Der Grundstein für die Grillkohle-Produktionsstätte wurde erst im Sommer 2008 gelegt. Die Stadt Landsberg verkaufte damals aus ihrem voll erschlossenen Gewerbegebiet in Queis eine Fläche von rund vier Hektar an den Investor. Das Gelände liegt im erweiterten Umfeld des Queiser Sportzentrums und grenzt direkt an das neue Industriegebiet der Stadt Halle an der Autobahn 14. Eine Investitions-Summe in Höhe von rund sechs Millionen Euro sollte nach Angaben der "Tom Produktions GmbH" in das Projekt fließen. Das jährliche Leistungsvermögen des Betriebes wurde mit etwa 20 000 Tonnen Grillkohle-Briketts angegeben.