Parkfrust in der Innenstadt

Parken in Halle (Saale): Neues Parkhaus an der Oper soll Autofahrer entlasten

Halle (Saale) - Parkplätze in Halle (Saale) sind teuer und zumeist rar. Was sich ändern soll.

Von Silvia Zöller 30.01.2018, 10:25

Wer mit dem Auto zum Shoppen oder auch sonst in die Innenstadt will, hat in Halle schlechtere Karten als in anderen Städten: Kostenloses Parken ist seit letztem Jahr kaum mehr möglich, weil im Vorjahr an zahlreichen Stellen von der Stadtverwaltung neue Parkuhren aufgestellt wurden. Und die Gebühren in den Parkhäusern können - wie etwa im Ritterhaus - bis zu zwei Euro pro Stunde kosten. 

In Magdeburg dagegen kann man in bester Innenstadtlage am Alleecenter für sage und schreibe 30 Cent pro Stunde parken - dafür stehen dort 1.300 Plätze zur Verfügung. Supergünstig lässt sich auch im Zentrum von Leipzig das Auto abstellen: In den Parkhäusern am Hauptbahnhof kostet eine Stunde 50 Cent.

Parkfrust in Halle (Saale): Zu Stoßzeiten findet man kaum einen freien Platz

In Halle dagegen geht es nur an einer zentrumsnahen Stelle günstiger: Am ehemaligen Karstadt-Gebäude, dem heutigen Lührmann an der Mansfelder Straße - dort ist Parken kostenlos.

Doch auch wenn es in der Innenstadt Halle nach Angaben der Stadt insgesamt rund 4.800 Stellflächen gibt, an denen man gegen Bezahlung parken darf, so ist es in Hochzeiten - wie etwa zum Weihnachtsmarkt, zum Salzfest oder bei anderen Veranstaltungen oft nicht leicht, einen freien Parkplatz zu finden.

Stadtrat stellt Weichen für neues Parkhaus an der Oper

Das soll sich mit einem neuen Parkhaus mit 182 Stellplätzen ändern, das hinter der Oper an der Kapellengasse entstehen soll. Dafür stellt der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch die Weichen: In einem Beschluss geht es darum, die öffentlichen Parkplätze am Kapellenberg und dem Unterberg einzuziehen, um so Platz für das neue Parkhaus zu schaffen.

Der Bau-Ausschuss hatte dem bereits mehrheitlich zugestimmt. Auch für die Stadtverwaltung ist der Bau des Parkhauses an der Oper dringend, da dort ein „vergleichsweise hoher Parkdruck“ bestehe, so begründet die Stadt ihren Antrag. Denn schließlich habe weder die Oper noch andere Einrichtungen eigene Parkplätze - und auch nicht die Kneipen und Geschäfte im Areal.

Vorhandene Parkhäuser kaum ausgelastet, weil schlecht ausgeschildert

Das sieht City-Manager Wolfgang Fleischer ebenso: „An der Oper ist ein neues Parkhaus notwendig, weil die auswärtigen Besucher, die ihr Auto dort nicht abstellen können, auch nie wieder kommen.“ Vor allem dann nicht, wenn sie am Ende noch ein Knöllchen am Scheibenwischer finden.

Die City-Gemeinschaft kritisiert jedoch, dass die vorhandenen Parkhäuser überhaupt nicht ausgelastet seien, weil sie schlecht im verbesserungsbedürftigen Verkehrsleitsystem ausgeschildert sind. „Dieses Potenzial muss erst ausgenutzt werden“, so Fleischer. Indes dürfe sich die Innenstadt jedoch nicht in eine Autobahn verwandeln. Aber: „Wer Halle besucht, egal ob zum Einkaufen oder zum Museumsbesuch, muss eine Möglichkeit haben, sein Auto abzustellen.“ Und das gehe auch günstig, hat Fleischer festgestellt: In der Tiefgarage Charlottencenter für 3,50 Euro für den ganzen Tag. (mz)