Neue ParkuhrenNeue Parkuhren: Was sich in Halles Innenstadt jetzt ändert

Halle (Saale) - Für das Abstellen von Autos muss künftig in der Altstadt gezahlt werden. Warum Händler und Anwohner davon profitieren können.

Von Silvia Zöller und Silvio Kison 14.02.2017, 09:31

Schon in den nächsten Tagen ist es vorbei mit der Suche nach den wenigen kostenlosen Parkplätzen in der Innenstadt: In der Geiststraße, an Brunos Warte, dem Domplatz und dem Schülershof werden Parkuhren aufgestellt. Damit setzt die Stadtverwaltung das Parkkonzept um, dessen Ziel es ist, „den Liefer- und Kundenverkehr der Gewerbetreibenden zu gewährleisten und den Kfz-Verkehr zu beruhigen sowie den begrenzten Straßenparkraum bedarfsgerecht zu ordnen“, so Stadtsprecher Drago Bock.

So soll eine Balance zwischen den Gruppen entstehen, die besonders von der Parkplatznot betroffen sind: Anwohner, Gewerbetreibende und Kunden. Besonders reich wird die Stadt nicht durch die Einnahmen aus den Parkgebühren: 2016 waren das Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro.

Parkscheinautomaten: Für die Geiststraße gibt es eine relativ komplizierte Neuregelung

Ob dies funktioniert, wird sich zeigen. Denn für die Geiststraße gibt es eine relativ komplizierte Neuregelung: Ab 20. Februar werden hier an drei Stellen Parkscheinautomaten aufgestellt, das Parken ist von 8 bis 18 Uhr werktags und samstags von 8 bis 13 Uhr kostenpflichtig - pro 30 Minuten Parkzeit müssen 25 Cent gezahlt werden. Allerdings sind Lieferzonen ausgewiesen, an denen zwischen 7 und 12 Uhr keine Autos abgestellt werden dürfen. Diese Parkplätze - so die Information der Stadtverwaltung - können von Anwohnern mit Bewohnerparkausweisen in der Zeit von 12 bis 7 Uhr genutzt werden. Das bedeutet : Ab 7 Uhr müssen sich Anwohner einen neuen Parkplatz suchen - oder aber in der Großen Wallstraße einen finden, denn ihre Parkausweise gelten auch dort.

In den nächsten Tagen werden auch in der Altstadt neue Schilder und weitere Parkscheinautomaten am Schülershof und in der Oleariusstraße aufgestellt. „Die Parkraumbewirtschaftung wird voraussichtlich Ende März wirksam“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Im Altstadtbereich gilt künftig eine Höchstparkdauer von drei Stunden. Die Parkgebühr beträgt hier einen Euro pro Stunde.

Parken in Halle: Leichter werden es Gewerbetreibende haben, die nun eine Ausnahmegenehmigung beantragen können

Da nun auch das Gebiet an der Spitze in den Bereich „Altstadt“ fällt, für den die neue Parkraumkonzeption gilt, haben Anwohner dieses Quartiers die Möglichkeit, Bewohnerparkausweise zu beantragen - dies ist ab Mittwoch möglich. Denn an zahlreichen Straßenzügen der Innenstadt wird dann rund um die Uhr nur noch Anwohnerparken erlaubt sein. Leichter werden es jedoch Gewerbetreibende haben, die nun eine Ausnahmegenehmigung beantragen können. Hintergrund: Das Landesverwaltungsamt hat eine Änderung der bestehenden Regelungen gefordert.

Verkehrsrechtlich ist es nicht möglich ist, die Zufahrt in Straßen oder ganze Stadtquartiere – so wie in der bisherigen Verkehrskonzeption Altstadt vorgesehen – nur für Bewohner zu gestatten. Vielmehr, so das Landesverwaltungsamt, müsse es entweder allen Verkehrsteilnehmern grundsätzlich erlaubt sein, das gesamte Straßennetz zu befahren, oder es werden Einfahrtbeschränkungen angeordnet, die sich nur an bestimmte Verkehrsarten richten, etwa große und schwere Laster mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Über die Neuregelung gibt es in Halle unterschiedliche Meinungen unter den Passanten

Über die Neuregelung gibt es in Halle unterschiedliche Meinungen unter den Passanten: So freut sich Anwohner Michael Seute, dass am Schülershof Parkuhren aufgestellt werden - denn er fürchtet, dass sich die Parkplatzsituation dort sonst noch verschlechtert. Heicke Wickner kommt aus dem Osten von Halle. „Ich finde, dass es für die Hallenser sowieso besser ist, mit der Straßenbahn in die Innenstadt zu fahren.“ Allerdings findet sie: „Man sollte die Möglichkeit haben, eine Stunde kostenlos mit Parkuhr zu parken“, sagt sie.

Letztlich könne man mit den neuen Parkregelungen in der Innenstadt vielleicht auch ein paar Autos heraushalten, meint Holger Schmidt. Und da sei ja auch etwas Positives. „Außerdem sind in den meisten großen Städten die Parkplätze in der Innenstadt kostenpflichtig“, sagt er. Vielleicht sorgt das Wegfallen der Kostenlos-Parkplätze bei Autofahrerin Manuela Gimbut aus Neustadt zum Umdenken: „ Prinzipiell finde ich die Idee gut. Wir sind ja in Halle durch Straßenbahnen und Busse gut vernetzt.“

Alle Infos auch unter: www.halle.de (mz)