Erste Hallenserin in Tokio dabei

Olympia 2020 in Tokio: Schwimmerin Laura Riedemann als erste Hallenserin qualifiziert

Halle (Saale) - Jetzt also geht die Suche los nach Flugtickets und einem Hotel in Tokio. Laura Riedemanns Eltern und ihre Schwester können den Sommerurlaub ab sofort verbindlich buchen. Denn die Schwimmerin vom SV Halle hat am Sonntag bei einem Meeting in Magdeburg die Olympianorm ...

Von Petra Szag 12.02.2020, 11:22
Schwimmerin Laura Riedemann vom SV Halle hat sich für Olympia in Tokio qualifiziert.
Schwimmerin Laura Riedemann vom SV Halle hat sich für Olympia in Tokio qualifiziert. www.imago-images.de

Jetzt also geht die Suche los nach Flugtickets und einem Hotel in Tokio. Laura Riedemanns Eltern und ihre Schwester können den Sommerurlaub ab sofort verbindlich buchen. Denn die Schwimmerin vom SV Halle hat am Sonntag bei einem Meeting in Magdeburg die Olympianorm unterboten.

„Gut, dass es gleich im ersten Versuch geklappt hat“, sagt Deutschlands aktuell schnellste Rückenspezialistin und begründet ihre Erleichterung weniger mit der nun frühzeitig planbaren familiäre Unterstützung beim Saisonhöhepunkt. Das Häkchen hinter der Qualifikationsaufgabe „ermöglicht uns eine bessere Planung, wir können das Training jetzt schon voll auf Olympia ausrichten“, erklärt sie.

Laura Riedemann hat noch Reserven

Laura Riedemann ist die Erste aus Halle, die die Norm für Tokio gepackt hat. Weitere Hallenser haben demnächst die Chance, sich zu qualifizieren: Die Leichtathletinnen Nadine Müller (Diskus), Sara Gambetta (Kugel), Cindy Roleder (Hürde) und Susen Küster (Hammer), Wasserspringer Timo Barthel, Turner Nick Klessing, Luise Malzahn (Judo), sowie Boxerin Ornella Wahner.

Im Klartext heißt das erst mal wieder sehr viele Kilometer schwimmen , um - wie man hinlänglich sagt - die erforderlichen Grundlagen zu schaffen. Eine spezielle Vorbereitung auf die nächsten Wettkämpfe, um dort möglichst ausgeruht die Verbandsvorgaben zu schaffen, ist nun nicht mehr nötig.

Der Druck ist weg. Und damit wird „Laura sicher auch vom Kopf her freier sein, um dann noch ein bisschen schneller zu schwimmen“, sagt Heike Gabriel, die Heimtrainerin von Riedemann. Denn obwohl ihr Schützling über 100 Meter Rücken in Magdeburg in 59,89 Sekunden die Tokio-Norm um elf Hundertstel unterboten hat, machte die Trainerin doch auch noch einige Reserven aus.

Riedemann Tauchphase nach dem Start ist auf 15 sowie nach den Wenden auf neun, zehn Meter ausgedehnt worden. Was im Training schon recht gut klappt, das könne die 21-Jährige im Wettkampf „durchaus noch effektiver umsetzen“. Vor allem der Übergang von der Tauchphase in die Schwimmbewegung biete noch Spielraum für eine Optimierung, sagt die Trainerin. Gelingt der Lehramtsstudentin das, ist eine weitere Steigerung möglich.

Knackt Laura Riedemann den deutschen Rekord ausgerechnet in Halle?

Fällt dann sogar der deutsche Rekord? Den hatte sich vor elf Jahren im Zeitalter der leistungsfördernden Hightechanzüge Daniela Samulski mit 59,77 Sekunden geholt. „Vielleicht klappt das ja bei unserem Halle-Meeting“, sagt Laura Riedemann mit Blick auf den 24. und 25. April. Oder eine Woche später bei der deutschen Meisterschaft in Berlin.

Zur Probe aufs Exempel werden diese beiden Wettkämpfe ohnehin. Bei Olympia nämlich muss sich Laura Riedemann im Einzelrennen über 100 Meter schon am zweiten Tag beweisen und in der Lagenstaffel dann erst sieben Tage später. „In Halle und Berlin werden wir deshalb testen, die Spannung über eine Woche hoch zu halten“, erklärt Heike Gabriel.

Die Chancen, dass ihre Schwimmerin doppelt gefordert sein wird, stehen gut. Auch wenn die nationale Konkurrenz nicht aus den Augen gelassen wird. Sollte tatsächlich eine Deutsche bei den nächsten Qualifikationswettkämpfen schneller sein als Riedemann, bekäme sie in der Staffel den Vorrang. Wären sogar zwei schneller, würde die Hallenserin als Nummer drei doch noch aus dem Tokio-Kader fallen. Das ist aber mehr als unwahrscheinlich. Familie Riedemann kann also getrost buchen. (mz)