Nach Mord an Mariya N. in Halle

Nach Mord an Mariya N. in Halle: Gedenkstein für tote Studentin

Halle (Saale) - Ein schlichter Naturstein soll in Zukunft in Halle an die getötete Studentin Mariya N. erinnern. Freunde wollen ihn am Ort des Verbrechens, am Mühlgraben auf der Ziegelwiese, aufstellen. Die Zustimmung der Stadt dazu haben sie ...

Von Felix Knothe 06.03.2015, 13:16

Ein schlichter Naturstein soll in Zukunft in Halle an die getötete Studentin Mariya N. erinnern. Freunde wollen ihn am Ort des Verbrechens, am Mühlgraben auf der Ziegelwiese, aufstellen. Die Zustimmung der Stadt dazu haben sie bereits.

„Wir suchen jetzt nach einem Steinmetz, der unsere Idee mit uns umsetzen will“, sagt Elisabeth Goldenberg. Sie hatte gemeinsam mit anderen Freunden nach Mariyas Tod die traurigen Angelegenheiten rund um die Überführung des Leichnams in die bulgarische Heimat der Studentin geregelt und auch die Trauerfeier im April in der Marktkirche mitorganisiert. Seitdem versucht die Gruppe um Goldenberg, aus dem improvisierten Gedenkort aus Kerzen und Blumen am Mühlgraben einen dauerhaften zu machen.

Die Finanzierung wollen Mariyas Freunde selbst aus privaten Mitteln stemmen. „Natürlich hoffen wir auf einen Steinmetz, der uns beim Preis entgegenkommt“, so Goldenberg. Geplant sei ein schlichter Naturstein, „der so groß ist, dass man ihn nicht stehlen kann“, so Goldenberg.

In den vergangenen Monaten hatte es vereinzelt auch Vandalismus am Gedenkort gegeben. So ist eine Mariya N. gewidmete Eisenskulptur des halleschen Metallkünstlers Ralf Kettmann offenbar gestohlen worden. Nun wurde zudem bekannt, dass eine Hallenserin am 6. Februar, dem Jahrestag des Verbrechens, einen Mann dabei beobachtet haben will, wie er Teile der Kerzen und der anderen Gedenkgegenstände umgestoßen habe.

„Die Zeugin hat uns erst drei Tage später verständigt“, sagte Polizeisprecherin Ulrike Diener auf MZ-Anfrage. „Als wir zum Ort kamen, war wieder alles in Ordnung.“ Hinweise zu dem Mann hätten kein Ergebnis gebracht.

Auch bei der Aufklärung des Verbrechens ist die Polizei kaum vorangekommen. Mittlerweile sind insgesamt rund 4.200 Personen befragt und die DNA von 2.100 der geplanten rund 2.500 Speichelproben ausgewertet worden - ohne Spur zum Täter.

Seit einigen Wochen hat die Polizei auch einen Anrufbeantworter geschaltet, auf dem Menschen, die nicht direkt mit der Polizei sprechen wollen, Hinweise hinterlassen können, auch in fremden Sprachen. Der Anrufbeantworter ist außerhalb der Dienstzeit von 18 bis 6 Uhr unter 0345/224 13 04 geschaltet. (mz)