„Lieber Herr Oberbürgermeister in spe“

„Lieber Herr Oberbürgermeister in spe“: „Ikone“ Gregor Gysi wirbt für Hendrik Lange

Halle (Saale) - Hendrik Lange (Linke) rückt seinen Anzug zurecht. Unruhig läuft er auf dem Universitätsplatz auf und ab. In wenigen Minuten empfängt er dort ein politisches Schwergewicht. Parteikollege Gregor Gysi ist am Dienstag nach Halle gekommen, um Lange beim Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt zu unterstützen. „Gysi ist eine Ikone in der Linken“, sagt OB-Kandidat Lange, der gemeinsam für die Linke, SPD und Grüne antritt. Auch für ihn sei der Politiker ein großes ...

Von Tanja Goldbecher 04.09.2019, 07:00

Hendrik Lange (Linke) rückt seinen Anzug zurecht. Unruhig läuft er auf dem Universitätsplatz auf und ab. In wenigen Minuten empfängt er dort ein politisches Schwergewicht. Parteikollege Gregor Gysi ist am Dienstag nach Halle gekommen, um Lange beim Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt zu unterstützen. „Gysi ist eine Ikone in der Linken“, sagt OB-Kandidat Lange, der gemeinsam für die Linke, SPD und Grüne antritt. Auch für ihn sei der Politiker ein großes Vorbild.

Die Aufregung verfliegt, als Gregor Gysi mit einem breiten Lächeln auf ihn zukommt. „Lieber Herr Oberbürgermeister in spe“, sagt der Bundestagsabgeordnete und Präsident der Europäischen Linken zur Begrüßung. In diesen ersten Worten wird eins klar: Gysi ist überzeugt, dass Lange als Sieger aus der OB-Wahl am 13. Oktober hervorgehen wird.

„Er kann etwas, und er ist sehr engagiert.“

Auf dem Spaziergang durch die hallesche Innenstadt beantwortet Gysi auch die Frage, warum er von Lange überzeugt ist: „Er kann etwas, und er ist sehr engagiert.“ Der hallesche Politiker könne durch seine Tatkraft sehr viel in der Stadt bewegen. „Außerdem wäre seine Wahl ein politischer Segen“, fügt Gysi hinzu. Vor allem nach den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg könnte mit einem Oberbürgermeister der Linken ein wichtiges Zeichen gesetzt werden.

OB-Kandidat Lange ist unterdessen darauf bedacht, dass nicht nur er und der prominente Gysi bei dem Stadtspaziergang im Vordergrund stehen. „Ich muss auf Gerechtigkeit achten“, sagt Lange. Und so bekommen alle Teilnehmer des Rundgangs wie Vertreter der Martin-Luther-Universität und Thomas Bauer-Friedrich, Kurator des Kunstmuseums Moritzburg, die Gelegenheit, mit Gysi zu sprechen.

„Ich habe gemerkt, dass Halle viel bedeutender ist, als ich es bisher dachte.“

Lukas Wanke, Vorsitzender des Studentenrats, bittet Gysi zum Beispiel bei einem studentischen Problem um Unterstützung: Den Studierenden soll das freie Training in einem Fitnessraum gestrichen werden. Gysi kommt der Bitte nach und redet dem Rektorat tatsächlich ins Gewissen, sich dem Problem der Studierenden anzunehmen. Die Uni berichtet wiederum von ihrer Idee, gegenüber der Moritzburg ein Biodiversitätszentrum aufzubauen.

Am Ende des Spaziergangs bedankt sich nicht nur Lange bei den Teilnehmern, sondern auch Gysi: „Ich habe gemerkt, dass Halle viel bedeutender ist, als ich es bisher dachte.“ Mit Hendrik Lange als Oberbürgermeister könne die Stadt sogar noch bedeutender werden. (mz)