Hausfriedensbruch

Hausfriedensbruch: Uni Halle erstattet Strafanzeige gegen Identitäre

Halle (Saale) - Die Uni Halle will Strafanzeige gegen Anhänger der Identitären Bewegung stellen. Der hallesche Ableger der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe, die „Kontrakultur Halle“, hatte am Freitag die zentrale Immatrikulationsfeier genutzt, um für seine rechten Ziele zu werben. So zeigten die Identitären am Uniring ein Transparent und verteilten Flyer, was den Protest einiger Studenten zur Folge hatte. Nahezu parallel dazu brachten die Identitären an der Fassade des Audimax ein großflächiges Plakat an: „Willkommen auf unserem Campus“, war darauf zu lesen. Laut Manuela Bank, Sprecherin der Uni, wurde dieses von Studenten bemerkt und ...

10.10.2016, 15:39

Die Uni Halle will Strafanzeige gegen Anhänger der Identitären Bewegung stellen. Der hallesche Ableger der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe, die „Kontrakultur Halle“, hatte am Freitag die zentrale Immatrikulationsfeier genutzt, um für seine rechten Ziele zu werben. So zeigten die Identitären am Uniring ein Transparent und verteilten Flyer, was den Protest einiger Studenten zur Folge hatte. Nahezu parallel dazu brachten die Identitären an der Fassade des Audimax ein großflächiges Plakat an: „Willkommen auf unserem Campus“, war darauf zu lesen. Laut Manuela Bank, Sprecherin der Uni, wurde dieses von Studenten bemerkt und entfernt.

Das Plakat ist nun der Grund für die Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch. Derartige Aktionen in den Unigebäuden oder auch auf dem Uniplatz bedürfen der Genehmigung der Hochschule. Die habe es aber nicht gegeben, betont Bank: „Wir hätten sie auch nicht genehmigt.“

Die rechte Bewegung der Identitären

Die rechte Bewegung der Identitären ist für ihre öffentlichkeitswirksame Aktionen am Rande der Legalität bekannt. Jüngst besetzte die Gruppe das Brandenburger Tor. Der hallesche Ableger „Konktrakultur“ ist besonders aktiv. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln, wo zahlreiche Frauen sexuell bedrängt worden, verteilten sie etwa auf dem halleschen Markt Pfefferspray. Im Vorfeld der Migrantenwahl, die als Testwahl kurz vor der Landtagswahl im März stattfand, mauerten sie in Halle den Eingang eines Wahllokals zu.

Mehrere Mitglieder der Kontrakultur studieren an der Uni Halle. Drei von ihnen wurden im Juni auf Flyern und dem linken Internetportal Indymedia „geoutet“. Bank erklärte, man beobachte die politische Entwicklung an der Uni sehr aufmerksam. (mz)