Halloren

Halloren: Rathaus in Vollmilch und Zartbitter

HALLE/MZ. - Am 31. März 1945 fiel ein Teil des Rathauses den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer, der Rest wurde fünf Jahre später abgerissen. Nun ist das Alte Rathaus wieder auferstanden - nicht aus Stein und Ziegel, sondern aus purer Schokolade. In Kooperation mit der Bürgerinitiative Rathausseite wurde das Alte Rathaus in der Halloren Schokoladenfabrik im Maßstab 1:18 in monatelanger Handarbeit nachgebildet - genau so, wie es 1558 von Baumeister Nickel Hoffmann begonnen und zehn Jahre später vollendet ...

Von KATJA PAUSCH

Am 31. März 1945 fiel ein Teil des Rathauses den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer, der Rest wurde fünf Jahre später abgerissen. Nun ist das Alte Rathaus wieder auferstanden - nicht aus Stein und Ziegel, sondern aus purer Schokolade. In Kooperation mit der Bürgerinitiative Rathausseite wurde das Alte Rathaus in der Halloren Schokoladenfabrik im Maßstab 1:18 in monatelanger Handarbeit nachgebildet - genau so, wie es 1558 von Baumeister Nickel Hoffmann begonnen und zehn Jahre später vollendet wurde.

Bevor jedoch der blaue Vorhang vor der riesigen Glasvitrine im Schokoladenmuseum und damit das Geheimnis um das süße Bauwerk gelüftet wurde, gab es Blumen und Glückwünsche für die Schöpfer - und einige Zahlen. "Eine ganze Tonne Schokolade steckt in dem dreidimensionalen Gebäude", so Nadine Schindler, bei Halloren für die Filialen und das Schokoladenmuseum verantwortlich. Über 2 000 Arbeitsstunden haben die beiden Chocolatiers Claudia Heimann und Tobias Bowitzky für den Nachbau in Vollmilch, Zartbitter und weißer Kuvertüre benötigt. Knapp zweieinhalb Meter ist das Hauptgebäude lang, 1,80 Meter Länge misst der Barockflügel, und insgesamt ist das Alte Rathaus aus Schokolade zwei Meter hoch.

"Unsere Chocolatiers haben mit viel Liebe zum Detail daran gearbeitet", erklärte Museums-Chefin Schindler. Verschiedene Techniken seien bei der äußerst filigranen Arbeit zum Einsatz gekommen. "Es mussten einzelne Schokoladenplatten gegossen werden. Wir haben gespachtelt und gesprüht, gepinselt und gezeichnet", so Claudia Heimann. "Nicht naschen, nur anschauen", war denn auch die Bitte von Nadine Schindler an die Besucher, die staunend der Enthüllung des Schokoladen-Prachtbaus beiwohnten. Das Ergebnis kann sich in seiner Detailtreue durchaus mit dem Original messen. Seinen Platz hat das Alte Rathaus nun in der Galerie weiterer Bauwerke aus Schokolade wie Roter Turm, Marktkirche, Händelhaus und Eselsbrunnen. Bei einer konstanten Temperatur von 18 Grad, so Halloren-Mitarbeiter Ingo Beljan, bestehe auch nicht die Gefahr des Schmelzens.

An dem "Ort, wo die Schokolade zu Hause ist, nämlich in der Halloren Schokoladenfabrik Halle", lobte auch Kulturbeigeordneter Tobias Kogge das Engagement der Halloren-Mitarbeiter, die sich auf ihre Weise solidarisch mit der Bürgerinitiative zeigen. Fragen zum Rathaus-Wiederaufbau, für den die Initiative zwischen zehn und 20 Millionen Euro veranschlagt, beantwortete außerdem Vorsitzender Ulrich Schröder, der mit Prospekten für das Vorhaben warb.