Scharfer Fund am Weinberg Campus

Halle (Saale): Munitionsfund in der Heideallee stammt aus US-Waffendepot

Halle (Saale) - Sind Bauarbeiter am Weinberg-Campus auf ein geheimes Waffenlager der Amerikaner gestoßen? Udo Theilemann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in Sachsen-Anhalt hält das zumindest für wahrscheinlich. „Im Zweiten Weltkrieg war es üblich, dass man Waffen und Munition im Boden vergraben hat, um sie später herauszuholen, wenn sie gebraucht werden. Dafür hat man sich strategische Punkte gesucht“, sagt der ...

Von Dirk Skrzypczak

Sind Bauarbeiter am Weinberg-Campus auf ein geheimes Waffenlager der Amerikaner gestoßen? Udo Theilemann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in Sachsen-Anhalt hält das zumindest für wahrscheinlich. „Im Zweiten Weltkrieg war es üblich, dass man Waffen und Munition im Boden vergraben hat, um sie später herauszuholen, wenn sie gebraucht werden. Dafür hat man sich strategische Punkte gesucht“, sagt der Sprengmeister.

Handgranaten und Panzerfäuste und Munition: Ging die US-Armee auf Nummer sicher?

Am Dienstag waren Arbeiter an der Heideallee, Kreuzung Walter-Hülse-Straße, auf das Depot gestoßen. Sie fanden Infanteriemunition, Handgranaten und Panzerfäuste, laut Theilemann aus amerikanischer Produktion. Halle war 1945 von der 104. US-Division, den „Timberwölfen“, befreit worden - die Stadt hatte sich ergeben.

Ging die US-Armee dennoch auf Nummer sicher? Wurde das Depot tatsächlich bewusst angelegt, weil sich nebenan in Heide Süd eine Kaserne der Wehrmacht befand? „Die Munition ist noch scharf und deshalb sehr gefährlich. Wenn alle Stücke geborgen sind, dann wird der Fund kontrolliert vernichtet“, erklärt Theilemann.

Explosiver Fund bei Bauarbeiten am Weinberg Campus: Fachfirma birgt scharfe Munition

Der Kreuzungsbereich am Weinbergcampus wird im Rahmen des Stadtbahnprogramms umgebaut. So werden die Gleisanlagen der Bahn erneuert. Außerdem soll ein Kreisel entstehen. Vorerst sei eine private Fachfirma mit der Bergung der Munition beauftragt worden. Die Spezialisten graben sich vorsichtig durch die Erde. Deshalb wurde der Bereich auch abgesperrt.

Ist die Fläche sondiert und wurden keine explosiven Altlasten gefunden, dann rückt der Kampfmittelbeseitigungsdienst wieder an. „Nur wir dürfen die Munition abtransportieren, damit sie vernichtet werden kann“, sagt Theilemann. Üblicherweise kommt die Munition in den Zerlegebetrieb bei Hottendorf in der Altmark. Hier wird sie zerstört.

Spektakulärer Kampfmittelfund auch in Halle-Neustadt

Auch in der Vergangenheit hatte es im Bereich der Neustadt schon spektakuläre Kampfmittelfunde gegeben. So waren Arbeiter im April 2017 beim Abriss der „Basar-Kaufhalle“ auf ein Flak-Geschütz gestoßen, das unter dem Fundament vergraben worden war. „Ungewöhnlich ist das nicht. Wir erleben immer wieder solche Fälle“, sagt Sprengmeister Theilemann. (mz)