Halle hat wieder eine Spielbank

Halle hat wieder eine Spielbank: Zum Auftakt kommt der Automatenkönig persönlich

Halle (Saale) - Nach fünf Jahren Pause hat Halle wieder eine Spielbank. Am Freitag wurde das von der Gauselmann-Gruppe betriebene Spielcasino im K&K feierlich eröffnet - mit einem schillernden und ausdrucksstarken Gast, der bei Verbänden für Suchtprävention aber ebenso umstritten ist: Paul ...

Von Oliver Müller-Lorey 25.02.2019, 13:49

Nach fünf Jahren Pause hat Halle wieder eine Spielbank. Am Freitag wurde das von der Gauselmann-Gruppe betriebene Spielcasino im K&K feierlich eröffnet - mit einem schillernden und ausdrucksstarken Gast, der bei Verbänden für Suchtprävention aber ebenso umstritten ist: Paul Gauselmann.

Der heute 84-Jährige fing klein an. Nebenberuflich stellte er, ohne nennenswertes Eigenkapital, in Gaststätten Musikboxen auf und bewies wirtschaftliches Geschick. Er entwickelte eigene Glücksspiel-Automaten und eröffnete eine Spielothek nach der anderen. Heute ist Merkur ein internationaler Konzern mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro Umsatz und 40 Prozent Marktanteil in Deutschland, wie Gauselmann bei seiner Eröffnungsrede sagte.

Spielbank in Halle: Eröffnungsreden ungewöhnlich

Die verlief im Vergleich zu anderen Eröffnungsreden ungewöhnlich, denn der 84-jährige Firmengründer - von allen Mitarbeiten sichtlich ehrfürchtig behandelt - verlor mehr Worte zum Thema Glücksspiel als über die hallesche Spielbank. Auslöser dafür war das Grußwort, das Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) wenige Minuten vorher gehalten hatte. Er freue sich, dass in Halle nun wieder eine Spielbank existiere. Das passe zur übrigen positiven Entwicklung der Stadt.

„Ich will aber auch das Thema Sucht nicht in meinem Grußwort verschweigen, das Wort Spielbank hat auch einen negativen Touch“, sagte er, um gleich wieder versöhnlich zu werden. Die Gauselmann-Gruppe engagiere sich sozial und tue einiges für den Spielerschutz.

Spielbank in Halle: „Wir lenken die Spielfreude der Menschen in geordnete Bahnen“

Dabei hätte es der Firmengründer bewenden und das Gesagte im Raum stehen lassen können. Doch Gauselmann wirkte zeitweise aufgebracht: „Wir lenken die Spielfreude der Menschen in geordnete Bahnen, damit sie eben nicht bei Glücksspiel auf dem Handy ihr Geld loswerden. Bei uns wird jeder Betrag über 2.000 Euro dokumentiert. Bei einer Übertreibung wird eingegriffen, die Leute brauchen nicht in die Illegalität zu gehen“, sagte er. Die Gefahren des Glücksspiel relativierte er.

Doch auch interessante Zahlen hatte der Firmengründe zu bieten. So eröffnete das Unternehmen in den vergangenen Jahren zehn Spielbanken: vier in Berlin, drei in Rheinland-Pfalz und drei in Sachsen-Anhalt. Dort gibt es neben dem Casino in Halle noch eines in Günthersdorf und  Magdeburg. Im Gegensatz zu Halle, wo es nur Automatenspiele gibt, stehen in den anderen Standorten echte Croupiers an den grünen Tischen, etwa beim Roulette oder Poker. Für diese Art von Casino hat das Unternehmen aber nur zwei Genehmigungen. Für weitere drei automatisierte Spielbanken im Land hat die Firma schon Lizenzen.

Spielbank in Halle: Unternehmen informiert über Karrieremöglichkeiten

Ohne viel Rummel hatte die Spielbank bereits Mitte Dezember in Halle geöffnet. Man verfahre so, weil sich die Mitarbeiter dann langsam einarbeiten könnten und nicht sofort ein riesiger Ansturm komme, sagte ein Firmensprecher. Doch nun beginnt die Werbekampagne mit einem ersten Höhepunkt an diesem Samstag. Oli P. und Marc Terenzi treten ab 15 Uhr bei der Eröffnungsfeier auf.

Außerdem informiert das Unternehmen in der Passage über Karrieremöglichkeiten. Und Ausstellungsstücke wie alte Musikboxen aus Deutschlands größtem Automatenmuseum am Firmensitz sind in den Vitrinen des K&K zu sehen. (mz)