Halle

Halle: Bernd Wiegand ist neuer Oberbürgermeister

HALLE (SAALE)/MZ. - Halle wird künftig von einem parteilosen Oberbürgermeister regiert. Der bisherige Innendezernent der Stadt hat sich am Sonntag in einer Stichwahl gegen den CDU-Stadtrats-Fraktionschef und Landtagsabgeordneten Bernhard Bönisch durchgesetzt. Wiegand erreichte knapp 53 Prozent der Stimmen und bekam damit fast sechs Prozentpunkte mehr als sein Kontrahent ...

Von Gert Glowinski 15.07.2012, 07:28

Halle wird künftig von einem parteilosen Oberbürgermeister regiert. Der bisherige Innendezernent der Stadt hat sich am Sonntag in einer Stichwahl gegen den CDU-Stadtrats-Fraktionschef und Landtagsabgeordneten Bernhard Bönisch durchgesetzt. Wiegand erreichte knapp 53 Prozent der Stimmen und bekam damit fast sechs Prozentpunkte mehr als sein Kontrahent Bönisch.

„Ich bin überwältigt. Es waren zwei verschiedene Persönlichkeiten, die zwei verschiedene Sachprogramme vorgestellt haben. Die Hallenser haben sich in einem Richtungswahlkampf entschieden“, sagte der künftige Oberbürgermeister der MZ am Abend. Wiegands Wahlsieg dürfte auch mit der Unterstützung von Linken und Grünen zusammenhängen. Beide Parteien hatten vor einigen Tagen eine Wahlempfehlung zu seinen Gunsten abgegeben. Vor allem in der Innenstadt von Halle konnte der promovierte Jurist viele Wähler überzeugen, während Bönisch in einigen Außenbezirken vorn lag.

Wiegand hatte im Wahlkampf mehr Transparenz und eine stärkere Bürgerbeteiligung angekündigt. Sein Slogan: Als parteiloser Oberbürgermeister könne er unabhängig von Parteiinteressen arbeiten. Das traf offenbar den Nerv vieler Hallenser.

Bis der neue Oberbürgermeister sein Amt antritt, vergehen aber noch einige Wochen. Erst Anfang Dezember beginnt für Wiegand die Amtszeit. Bis dahin hat noch Dagmar Szabados (SPD) im Rathaus das Sagen. Die 63-Jährige hatte aus Altersgründen nicht wieder kandidiert. Für Bönisch ist die Niederlage besonders bitter: Er war bereits 2006 als OB-Kandidat angetreten und auch damals unterlegen. Gegenkandidatin war Dagmar Szabados.

Die Wahlbeteiligung fiel deutlich geringer aus als vor 14 Tagen, als neun Bewerber angetreten waren und 34,6 Prozent der Wahlberechtigten teilnahmen. Am Sonntag stimmten lediglich 29 Prozent der Wahlberechtigten ab (Stichwahl 2006: 27,5 Prozent). In absoluten Zahlen bedeutet das: Den neuen OB wählten gerade einmal 29 329 Hallenser.

Die amtierende Oberbürgermeisterin von Halle, Dagmar Szabados (SPD), gratuliert im Stadthaus Halle dem parteilosen Oberbürgermeisterkandidaten Bernd Wiegand zu seinem Wahlerfolg. (FOTO: DPA)
Die amtierende Oberbürgermeisterin von Halle, Dagmar Szabados (SPD), gratuliert im Stadthaus Halle dem parteilosen Oberbürgermeisterkandidaten Bernd Wiegand zu seinem Wahlerfolg. (FOTO: DPA)
dpa-Zentralbild