Halle

Halle: Bauarbeiter stürzt vier Meter tief

Halle/MZ. - Vier Monate nach dem Gerüsteinsturzauf der Baustelle der ICE-Trasse Erfurt -Leipzig/Halle mit elf Verletzten ist es dortam Dienstag erneut zu einem Arbeitsunfall gekommen.Ein Bauarbeiter wurde dabei schwer verletzt.Im Süden von Halle, rund drei Kilometer vonder damaligen Unglücksstelle entfernt (siehe"Ermittler warten auf Gutachten"), kippteam Vormittag ein 60 Tonnen schwerer Raupenkranum. Der 55-jährige Fahrer stürzte aus derKabine etwa vier Meter in die Tiefe. Er wurdemit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhausgebracht, teilten Polizei und Feuerwehr mit.Nach Angaben eines Polizeisprechers zog sichder Mann bei dem Sturz mehrere Knochenbrüchezu. Er hatte an Spundwänden gearbeitet. Nebender Polizei ermittelt nun auch die GewerbeaufsichtHalle zur Unfallursache. Diese ist bislangnoch völlig ...

Von ANTONIE STÄDTER 29.06.2010, 12:51

Vier Monate nach dem Gerüsteinsturzauf der Baustelle der ICE-Trasse Erfurt -Leipzig/Halle mit elf Verletzten ist es dortam Dienstag erneut zu einem Arbeitsunfall gekommen.Ein Bauarbeiter wurde dabei schwer verletzt.Im Süden von Halle, rund drei Kilometer vonder damaligen Unglücksstelle entfernt (siehe"Ermittler warten auf Gutachten"), kippteam Vormittag ein 60 Tonnen schwerer Raupenkranum. Der 55-jährige Fahrer stürzte aus derKabine etwa vier Meter in die Tiefe. Er wurdemit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhausgebracht, teilten Polizei und Feuerwehr mit.Nach Angaben eines Polizeisprechers zog sichder Mann bei dem Sturz mehrere Knochenbrüchezu. Er hatte an Spundwänden gearbeitet. Nebender Polizei ermittelt nun auch die GewerbeaufsichtHalle zur Unfallursache. Diese ist bislangnoch völlig unklar.

"Wir setzen als Auftraggeber natürlich Bauüberwachungenein, die alle Belange des Baus für uns kontrollieren- auch, dass die gültigen Bestimmungen desArbeitsschutzes angewendet werden", sagteBahn-Sprecher Frank Kniestedt. "Aber die Umsetzungist Sache der ausführenden Firma." Im Falldes Neubaus der Saale-Elster-Talbrücke istdies ein Zusammenschluss mehrerer Firmen,die das Projekt im Auftrag der Deutschen Bahnumsetzen. Federführend dabei ist das UnternehmenHochtief Construction, dessen Sprecher BerndPütter am Dienstag versicherte: "Bei dem Bau sindFachfirmen am Werk." Auch bei dem Verunglücktenhandele es sich um eine erfahrene Fachkraft.Der Unfall sei mit jenem im Märznicht zu vergleichen: "Die Unfallhergängesind total unterschiedlich." Er wies auchdarauf hin, dass genügend Prüfinstanzen existieren:Neben Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaftengebe es in den Unternehmen selbst oft Abteilungenfür den Arbeitsschutz.

Die 123 Kilometer lange ICE-Trasse Erfurt- Leipzig/Halle soll bis Ende 2015 fertigsein. Teilabschnitte zwischen Leipzig undGröbers sind bereits in Betrieb. Die Neubaustreckeist für Tempo 300 ausgelegt. Damit verkürztsich in Zukunft die Fahrzeit zwischen Erfurtund Halle von derzeit 79 Minuten auf rundeine halbe Stunde.