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Erfolgreich gegen den blauen Dunst

Von Silvia Zöller 03.06.2008, 15:42

Halle/MZ. - Doch so einfach ist das nicht: "Auch da wird schon das Rauchen ausprobiert", so Dagmar Schmoll, Schulsozialarbeiterin an der Sekundarschule Zeitzer Straße. Trotzdem hat es die Klasse 6b der Schule geschafft, ein halbes Jahr qualmfrei zu leben - und ist damit einer von drei Landessiegern des Nichtraucher-Wettbewerbs "Be smart - don't start". Am Donnerstag fährt die Klasse mit ihrer Lehrerin Manuela Kruse nach Magdeburg, um ihren Preis von Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) entgegenzunehmen.

Insgesamt hatten sich landesweit fast 2 700 Schüler aus 132 Klassen angemeldet und in einem Vertrag schriftlich festgehalten, sechs Monate auf Zigaretten zu verzichten. Der internationale Wettbewerb will Kindern auf positive Weise vermitteln, dass sich Nichtrauchen lohnt. Bei der 6 b ist diese Botschaft angekommen. "Ich habe meinen Bruder gefragt, was ihm das Rauchen bringt - aber er hat mir keine Antwort gegeben", erzählt Carlos. Seine Mitschülerin Rusda kann von einem Erfolg berichten: Ihre Vater hat mit dem Rauchen aufgehört.

Bereits zum fünften Mal haben Klassen der Sekundarschule Zeitzer Straße teilgenommen, aber noch nie einen Preis abgesahnt. "In diesem Jahr mussten wir sogar erstmals eine siebte Klasse abmelden, weil sie nicht durchgehalten hat", berichtet Dagmar Schmoll. Mehr als zehn Prozent dieser Schüler konnten nicht auf Kippen verzichten. Für Halles Drogenbeauftragte Christel Günther ist das nichts Neues: "Dass schon in der sechsten Klasse geraucht wird, ist nicht unnormal. Es gibt auch in siebten Klassen schon Nikotinabhängige." Dies hänge von der Familie, Freunden und Wohnort ab.

Zu dem Nichtraucher-Projekt an der Sekundarschule Zeitzer Straße gehörte nicht nur die wöchentliche Abfrage, ob wirklich auf den Qualm verzichtet wurde. Außerdem malten die Schüler Plakate und es gab Gesprächsrunden. Der Höhepunkt steht noch bevor: In zwei Wochen besuchen sie das Krankenhaus Dölau, wo sie mit einem Arzt über Lungenkrankheiten sprechen. Bereits vor zwei Jahren gab es ein ähnliches Gespräch auf Vermittlung der Drogenbeauftragten, für das sich auch ein Lungenkrebs-Patient zur Verfügung gestellt hatte. "Die Schüler waren sehr beeindruckt", berichtet Schmoll.