Brandanschlag bei Sodexo

Brandanschlag bei Sodexo: Bekennerschreiben aufgetaucht - Staatsschutz ermittelt

Halle (Saale) - Nach dem Brandanschlag auf vier Transporter der Catering-Firma „Sodexo“ in Halle-Ammendorf hat nun der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Von Janine Gürtler 17.04.2018, 12:50

Nach dem Brandanschlag auf vier Transporter der Catering-Firma „Sodexo“ in Halle-Ammendorf hat nun der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte Polizeisprecher Ralf Karlstedt am Dienstag auf Nachfrage der MZ: „Es gibt Hinweise, die für eine politisch motivierte Straftat sprechen.“

Nach Brandanschlag auf Sodexo in Halle (Saale): Bekennerschreiben aufgetaucht

Hintergrund ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben, das seit mehreren Tagen im Netz kursiert und auch der Polizei vorliegt. Darin bekennen sich die Verfasser unter dem Namen „Aktionsgruppe Käfer im Essen“ zu dem Brandanschlag. Unter anderem begründen sie den Anschlag damit, dass Sodexo das vom Saalekreis eingeführte Lebensmittelgutschein-System für Flüchtlinge anbiete. Mit dieser Praxis werde Flüchtlingen „jedes Selbstbestimmungsrecht aberkannt”, heißt es in dem Schreiben, das der MZ ebenfalls vorliegt.

Schon Ende des vergangenen Jahres hatte es gegen das Prinzip „Gutschein statt Bargeld“ Proteste in Merseburg gegeben. Der Kreis beruft sich hierbei auf einen Erlass des Landes: Sachsen-Anhalt will durch diese Maßnahme den Druck auf ausreisepflichtige Ausländer erhöhen, Deutschland zu verlassen.

Sodexo verweist auf MZ-Nachfrage zum Brandanschlag hingegen auf die bestehende Gesetzeslage: „Wir sind nicht der Adressat, sondern nur der Dienstleister”, so Sprecher George Wyrwol.

Brandanschlag auf Sodexo: So ist der Stand der Ermittlungen

Die Polizei nimmt das Bekennerschreiben derweil ernst. Gleichzeitig haben Kriminaltechniker Spuren an den Brandautos gesichert. Hinweise aus der Bevölkerung seien bislang jedoch nicht eingegangen, so Polizeisprecher Karlstedt. (mz)