Bauprojekt löst Sorgen aus
SCHWITTERSDORF/MZ. - "Aber einen Betrieb mit so vielen Tieren kann ich mir hier nicht vorstellen", meint der 37-Jährige. So etwas bleibe doch nicht ohne Folgen. Üble Gerüche zum einen, Gülle-Transporte rund um die Uhr zum anderen - dagegen will Krost protestieren wie viele andere Einwohner in der Umgebung auch. Doch das Vorhaben ist kein Zufall, sondern gut vorbereitet. Ein Unternehmen aus Saubach bei Bad Bibra, die Gebrüder Nooren Schweinehaltungsgesellschaft, treibt das Projekt voran. Der Landwirtschaftsbetrieb, der auf Fleischproduktion in großem Stil spezialisiert ist, verfolgt ähnliche Projekte auch noch an anderen Standorten in der Region, beispielsweise in der Nähe von Merseburg. Vor einigen Jahren löste ein vergleichbares Vorhaben in Sietzsch bei Landsberg große Proteste aus. Der Investor war am Donnerstag für die MZ nicht zu erreichen.
Michael Geithe (parteilos), der Bürgermeister von Beesenstedt, ist vor allem wütend, dass die Auffassung seiner Kommune wohl gar keine Rolle spielen soll. Offiziell wurde ihm zufolge nicht angefragt, obwohl die Entfernung zum vorgesehenen Standort des Schweinestalls nur wenige hundert Meter Luftlinie betrage. Geithe vermutet als Grund dafür, dass die Investition auf dem Gebiet des Landkreises Mansfeld-Südharz erfolgen soll. "Der Wind stoppt doch nicht an der Kreisgrenze", sagte Bürgermeister.
Im benachbarten Dederstedt im Mansfelder Land, wo die Anlage an der Landstraße nach Hedersleben errichtet werden soll, findet der Riesenstall keine Befürworter. Der Gemeinderat, der innerhalb des Genehmigungsverfahrens seine Stellungnahme abgab, lehnte ab. Bürgermeisterin Sandra Sowoidnich (parteilos): "Das war eine klare Entscheidung."
Tatsache ist, dass schon vor einiger Zeit der entsprechende Antrag beim Landesverwaltungsamt in Halle einging. "Das erforderliche Genehmigungsverfahren ist in Bearbeitung", sagte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag auf MZ-Anfrage. Über ein konkretes Ergebnis könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts mitteilen. Man habe aber, wenn es um ein solches Vorhaben geht, mit besonderer Sorgfalt die Fragen des Umweltschutzes im Blick. Voraussichtlich im November, so die Sprecherin, sollen die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden. Dann könne jeder Bürger dort Einsicht nehmen und seine Bedenken äußern. Im Bedarfsfall folgt dann noch vor der Entscheidung ein öffentlicher Erörterungstermin.