Chaos kurz vor Halle

A14-Baustelle bei Halle (Saale): Autobahn wird zur Unfalltrasse - doch schuld ist nicht die Baustelle

Halle (Saale) - Schon wieder fährt ein Laster vor der Baustelle in Peißen in ein Stauende. Doch Schuld sind nicht die Arbeiten, sondern unaufmerksame Fahrer, sagt die Polizei.

Von Oliver Müller-Lorey 29.08.2017, 10:25

Schon wieder hat es auf der Autobahn 14 vor der Anschlussstelle Peißen gekracht. Schon wieder ist ein Lastwagen auf ein Stauende aufgefahren. Und schon wieder ist - wie durch ein Wunder - kein Mensch ums Leben gekommen.

Das ist angesichts der vier Wracks, die am Montagvormittag kreuz und quer auf der Autobahn in Höhe Halle-Ost stehen, kaum zu glauben.

Unfall auf der A14 bei Halle (Saale): War der Lkw-Fahrer übermüdet?

Laut Polizei ereignete sich der Unfall gegen 8 Uhr in Fahrtrichtung Magdeburg. Der Stau vor der Anschlussstelle Peißen, wo derzeit die Baustelle für eine Fahrbahnsanierung eingerichtet wird, reichte zu diesem Zeitpunkt schon bis zur Ausfahrt Halle-Ost. „Derzeit ist bekannt, dass der slowakische Fahrer eines Sattelzuges auf das Stauende fuhr und vier weitere Fahrzeuge beschädigte“, sagte Veit Richter von der Autobahnpolizei Weißenfels.

Bei dem Unfall wurden drei Männer und eine Frau schwer verletzt. Sie befinden sich in Krankenhäusern in Leipzig und Halle. Laut Richter ermittelt die Polizei nun, was zum Unfall geführt hat. Dabei werde etwa untersucht, ob der Fahrer übermüdet war.

Immer wieder Unfälle auf der A14 bei Halle (Saale): „Das hat nichts mit der Baustelle zu tun, sondern oft mit unachtsamen Fahrern.“

Bereits am Dienstag war an der gleichen Stelle ein Lastwagen in ein Stauende gerast. Richter nahm die Planer der Baustelle dennoch demonstrativ in Schutz. „Das hat nichts mit der Baustelle zu tun, sondern oft mit unachtsamen Fahrern.“ Der Stau sei nicht für den Unfall verantwortlich. „Der Fahrer hätte ja bremsen können“, so Richter. Die Polizei habe sich Baustelle und Beschilderung genau angesehen und keine Probleme festgestellt. „Es ist alles ausgereizt, was man tun kann. Man muss auch an die Vernunft appellieren“, sagte Richter.

So sieht es auch Christoph Krelle von der Landesstraßenbaubehörde: „Da können wir noch so viele Schilder hinstellen, wie wir wollen. Das volle Ballett ist vorhanden.“

Man habe schon deutlich mehr Schilder und elektronische Anzeigetafeln aufgebaut als vorgeschrieben, um vor der Verengung von drei auf einen Fahrstreifen zu warnen. „Wir ändern nichts an der Beschilderung.“

Unfallserie in der A14-Baustelle bei Halle (Saale): Entspannung könnte ab 4. September einkehren

Etwas Entspannung könnte am 4. September einkehren. Ab dann stehen in Richtung Magdeburg wieder zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Und für Halle gibt es auch eine gute Nachricht: Laut Krelle soll ab Montag eine Tafel Autofahrer, die in Halle-Ost abfahren, umleiten. Bisher verstopften sie in Reideburg die Straßen. Nun sollen sie über den Starpark abgeleitet werden. Das habe man zusammen mit der Stadt entschieden, so Krelle. (mz)