Kampf gegen Krebs Nach Schockdiagnose für 19-Jährigen: Familie und Dessau-Roßlauer Sportvereine rufen zu Spenden auf
Der 19-jährige Damien aus Dessau-Roßlau hat die Schockdiagnose Krebs vor einigen Tagen erhalten. Nun hat seine Mutter einen Spendenaufruf gestartet. Die Resonanz ist gewaltig.

Dessau-Roßlau/MZ. - Auf der Internetplattform GoFundMe hat eine Mutter aus Dessau-Roßlau dazu aufgerufen, Geld für ihren an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Sohn zu spenden. Damien, so heißt der 19-Jährige, sei gerade dabei gewesen, seinen Führerschein zu machen, befand sich im ersten Jahr seiner Ausbildung, spiele leidenschaftlich gern Fußball und habe große Pläne gehabt, schreibt Mutter Mandy Simon-Diallo auf der Spendenplattform. „Dann kam die Krebsdiagnose.“
Krebsdiagnose im Januar
Das war vor einigen Tagen. Die Erkrankung sei zufällig entdeckt worden, erzählt die Mutter, die auf Anfrage bereit war, mit der MZ zu sprechen. Sie wirkt gefasst, doch die Sorge um ihren Sohn merkt man ihr dennoch deutlich an. Schmerzen habe er Wochen und Monate zuvor keine gehabt. Nur plötzlich „eine riesengroße Schwellung am Hals“, wie die 44-Jährige berichtet. „Dann sind wir sofort ins Klinikum gefahren.“
Die Befunde der CT-Untersuchung seien bedenklich gewesen. Daher habe sich das Ärzteteam dafür entschieden, sofort zu operieren. Ende Januar hatte Damien die Laborergebnisse schwarz auf weiß. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie zuvor.
Freundin empfiehlt Mutter, einen Spendenaufruf im Internet zu starten
Da die Familie väterlicherseits recht groß ist und alle, die davon gehört hatten, helfen wollten, habe man überlegt, wie man das am besten organisieren könne. Eine Freundin hatte ihr dann empfohlen, einen Spendenaufruf im Internet zu starten. Da könne jeder unkompliziert helfen, der helfen wolle, so die Mutter.
„Damien und ich mussten erstmal ein paar Tage darüber nachdenken, da wir schon ein bisschen Bedenken hatten: Ist das in Ordnung? Kann man sowas machen?“ In dem Rahmen haben sich beide die GoFundMe-Seite im Netz angeschaut, sich belesen und verschiedene Spendenaktionen angesehen. Schließlich habe man sich gemeinsam entschieden, einen Versuch zu starten. Am Dienstagabend ging der Aufruf online.
Über 8.000 Euro in wenigen Tagen gesammelt - auch mit Hilfe von Dessau-Roßlauer Sportvereinen
11.000 Euro an Spenden sollen die Familie in dieser schwierigen Situation entlasten und für Gesundheitsmaßnahmen verwendet werden, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, „ihm Kraft geben und seinen Körper bestmöglich begleiten sollen“. Die Resonanz ist gewaltig. 163 Menschen sind dem Aufruf bereits nachgekommen. 8.130 Euro konnten so binnen weniger Tage gesammelt werden. Vielleicht auch, weil lokale Sportvereine das Anliegen um den Spieler der SG Empor Waldersee in den sozialen Medien fleißig teilen.
So schrieb der ASG Vorwärts Dessau auf Instagram: Es seien genau diese Nachrichten, die immer wieder vor Augen führten, dass die wichtigste Nebensache der Welt eben doch nur eine Nebensache sei. Und weiter: „Die ASG Vorwärts Dessau drückt auf diesem Weg ihr tiefstes Mitgefühl mit Damien und seiner Familie aus. Wir wünschen ganz viel Kraft und eine schnelle und vollständige Genesung.“ In den Farben getrennt, in der Sache vereint, wolle der Verein die ihm zur Verfügung stehenden Kanäle nutzen, um auf die Spendenkampagne aufmerksam zu machen und bittet: „Helft Damien!“
„Wir danken von Herzen für euer Mitgefühl, eure Solidarität und eure Hilfe.“
Die Resonanz beschreibt die Mutter als „unglaublich“. Als die Spenden am Mittwoch im Zehn-Minuten-Takt eingingen, waren beide geschockt, haben abwechselnd geweint und sich gefreut, erzählt sie. „Man denkt immer, die Menschheit hat sich negativ verändert und dann unterstützen einen sogar fremde Menschen. Damit rechnet man heute einfach nicht mehr.“ Besonders beeindruckt habe sie, wie die Dessau-Roßlauer Sportvereine bei dem Spendenaufruf geholfen haben. Und das, obwohl man auf dem Platz jedes zweite Wochenende gegeneinander spiele.
Jeder Betrag und jedes Teilen dieser Aktion bedeute der Familie mehr, als Worte es ausdrücken können, so die Mutter. „Wir danken von Herzen für euer Mitgefühl, eure Solidarität und eure Hilfe.“
Nach Krebsdiagnose von 19-jährigem Dessau-Roßlauer: Wie geht es weiter?
Das Leben der Familie konzentriere sich nun vollständig auf Behandlung und Genesung. Die Chemotherapie beginnt am kommenden Mittwoch, soll vorerst acht Monate dauern. „Dann muss man schauen, wie gut die Chemo wirkt.“
Die Krankheit sei für die Familie noch immer unrealistisch. Auch weil Damien sich nicht in diesem Ausmaß krank fühle. Und auch wenn ihr Sohn ein Mensch sei, der Dinge gern weglache, optimistisch bleibe, weiß seine Mutter doch, wie stark ihn die Schockdiagnose beschäftigt.
Die Spendenaktion im Internet unter: www.gofundme.com/f/heilung-fur-unseren-famien