Nach Messerstecherei

Nach Messerstecherei: Strafanzeigen wegen Hass im Internet

Dessau-Rosslau - Das Dessauer „Projekt Gegenpart“ hat wegen rassistischer Hasskommentare unter zwei Facebook-Posts sechs Strafanzeigen wegen öffentlichen Aufrufen zu Straftaten und Volksverhetzung gestellt. Das hat das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt am Mittwoch mitgeteilt. Die Kommentare standen auf der Facebook-Seite der neurechten Initiative „Der Schild“ und eines sächsischen ...

23.03.2017, 16:57

Das Dessauer „Projekt Gegenpart“ hat wegen rassistischer Hasskommentare unter zwei Facebook-Posts sechs Strafanzeigen wegen öffentlichen Aufrufen zu Straftaten und Volksverhetzung gestellt. Das hat das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt am Mittwoch mitgeteilt. Die Kommentare standen auf der Facebook-Seite der neurechten Initiative „Der Schild“ und eines sächsischen NPD-Aktivisten.

„Der Schild“ hatte am Wochenende ein Video veröffentlicht, dass Teile einer Auseinandersetzung zwischen zwei 17 und 23 Jahre alten Syrern und zwei 35-jährigen Deutschen zeigt, die am Sonnabend durch Messerstiche verletzt wurden. Tat und Video hatten für viele Diskussionen im Internet gesorgt. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Die Deutschen hatten sich zuvor durch Blicke der jungen Syrer belästigt gefühlt.

Zwei weitere Videos aufgetaucht

Parallel zu der Tat waren am Sonntag zwei Videos im Netz aufgetaucht, die mit den Titeln „Privatvideo - Afrikaner greift an“ und „Privatvideo – Aggressiver Afrikaner“ überschrieben sind und Szenen vor dem Dessauer Hauptbahnhof zeigen. Darauf sind nach Angaben des „Projekt Gegenpart“ mutmaßliche Rechtsextremisten zu erkennen, die nach ihrer Meinung einen Streit mit Afrikanern bewusst provoziert hätten, um dann selektiv Szenen filmisch zu dokumentieren, die die aggressive Reaktion von Flüchtlingen zeigen sollen.

„Es ist davon auszugehen das diese Orchestrierung ganz bewusst gewählt wurde, um mit diesen Videos eine rassistische und fremdenfeindliche Hetze in sozialen Netzwerken zu generieren“, sagte Steffen Andersch vom „Projekt Gegenpart“. Sechs davon wurden per Screenshot gesichert und angezeigt.

In den Kommentaren sind übelste Beschimpfungen zu lesen

„Schlachten dieses pack, die neuen Juden“ war dort ebenso zu lesen wie „Schlagt sie tot, diese Dreckschweine“ oder „...und hätte ich das gewusst hätte ich mein Baysieschläger genommen und wäre dahin gegangen und und hätte ich Zivilcourage gemacht und dieses Ungeziefer kalt gemacht ich schwöre als geborener und dortlebender Dessauer auf Dessau!!“ (mz/sb)