Massive Probleme mit der Wasserpest

Dessau/MZ. - Die Wasserpflanzen hatten sich derart stark ausgebreitet, dass die Sicherheit der Badegäste gefährdet ist, sagte Klaus Thiele vom Bäderamt der Stadt auf MZ-Nachfrage. Zum Teil kann man die Pflanzen an der Wasseroberfläche sehen, "doch gefährlich sind vor allem auch die, die man nicht sieht." Schwimmer könnten sich darin ...

Von Heidi Thiemann 24.06.2008, 18:28

Die Wasserpflanzen hatten sich derart stark ausgebreitet, dass die Sicherheit der Badegäste gefährdet ist, sagte Klaus Thiele vom Bäderamt der Stadt auf MZ-Nachfrage. Zum Teil kann man die Pflanzen an der Wasseroberfläche sehen, "doch gefährlich sind vor allem auch die, die man nicht sieht." Schwimmer könnten sich darin verfangen.

Schon am Wochenende hatten die Wasserrettung des DRK und das Technische Hilfswerk gemeinsam versucht, des Problems im Waldbad Herr zu werden. Zehn Ehrenamtliche von der Wasserrettung, davon vier Taucher, und vier THW-Mitstreiter hatten mit Hilfe von Stahlseilen und eines Lkw versucht, die Wasserpflanzen herauszuziehen. "Sie haben ordentlich rumgerackert", sagt Franziska Repgow vom DRK, "und waren mit großem Kraftaufwand zu Werke gegangen." Denn zweimal sei sogar das Seil gerissen. Obwohl von Sonnabendvormittag bis -nachmittag jede Mengen Pflanzen an Land geholt wurden, "war das wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein", so die DRK-Mitarbeiterin. Der Pflanzenwuchs sei zu massiv.

Das hatte auch MZ-Leser Peter Band beobachtet, der in einem Brief "himmelschreiende Zustände" im Bad beklagt, weil die Wasserpflanzen eine "ernste Bedrohung" seien. Die Aktion vom Wochenende nennt er eine gut gemeinte Geste, doch normal, schlussfolgert der Leser, "muss das Bad geschlossen werden", und schlägt vor, es auszubaggern wie vor Jahren den Kühnauer See.

Ausgebaggert wird der See zwar nicht, doch das Bad ist jetzt dicht und die Stadt hat kurzfristig eine Firma beauftragt, die die Wasserpflanzen maschinell abmäht, so Klaus Thiele vom Bäderamt. Bis zu fünf Meter tief könne die Technik die Pflanzen mähen. Aus dem "Wald" im See soll in den nächsten Tagen dann ein "Rasen" werden.

Die Ursache für die rapide Zunahme der Wasserpest sieht Thiele in den momentan für die Pflanzen günstigen klimatischen Bedingungen. "Dadurch wachsen sie bis zu zehn Zentimeter am Tag." Dem wird nun Einhalt geboten. Wohl tonnenweise werden die Wasserpflanzen in den nächsten Tagen aus dem See geholt und müssen am Uferbereich erst etwas abtrocknen, bevor sie abtransportiert werden. Alles vollständig zu beräumen werde bis Dienstag noch nicht gelingen, bittet Thiele um Nachsicht. Doch die Badefreude solle dann wieder im Vordergrund stehen.