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Kirchentag auf dem Weg Kirchentag auf dem Weg in Dessau : 500 Meter Gastfreundschaft zum Auftakt

Dessau - Da war er schon etwas verstimmt, der Hofrat Richter, am Donnerstagabend in der Zerbster Straße. Hatten er und der fürstliche Hofstaat des Leopoldvereins doch an ihre fürstlich gedeckten Tische zum Anhaltmahl ...

Von Danny Gitter 26.05.2017, 15:41

Da war er schon etwas verstimmt, der Hofrat Richter, am Donnerstagabend in der Zerbster Straße. Hatten er und der fürstliche Hofstaat des Leopoldvereins doch an ihre fürstlich gedeckten Tische zum Anhaltmahl geladen.

Doch wurde diese große adlige Geste anfangs nur zögerlich angenommen. „Irgendwie bekomme ich von den Damen heute nur Körbe“, beklagt sich der Hofrat alias Hans-Joachim Rohowski. Dabei sollten die Gläser mit Goldrand und den prickelnden sowie alkoholfreien Getränken, dazu saure Gurken, Bratwurst und Brot doch eigentlich zum längeren Verweilen und Plauschen einladen. Im Laufe des Abends wurden auch die Tische des Hofstaats von den zahlreichen Besuchern des Dessauer Kirchentags auf dem Weg angenommen.

Anhaltmahl war erster Höhepunkt des Dessauer Kirchentags

Das Anhaltmahl, die rund 500 Meter lange Tafel mit 220 Tischen, von der Marienkirche bis zur katholischen Kirche St. Peter und Paul, war am Donnerstagabend der erste Höhepunkt des Dessauer Kirchentags auf dem Weg. 130 Vereine, Kirchengemeinden, Gewerbetreibende und Privatpersonen sorgten dafür, dass sich die Tische reichlich füllten - und alle Teilnehmer in der Zerbster Straße einen besonderen Abend erlebten. Das Angebot, daran Platz zu nehmen, wurde gerne angenommen.

Auch Daniela Koppe und zwei Mitstreiter aus dem Quartier am Leipziger Tor hatten in Privatinitiative für einen Tisch die Patenschaft übernommen. „Das ist eine großartige Idee, um die Stadt zu repräsentieren“, findet Koppe.

Bei Brot, Salat und Kuchen kamen die Dessauer Tischpaten schnell ins Gespräch mit ihren verschiedenen Gästen, darunter auch mit Gudrun Hübner. Aus der Nähe von Koblenz ist die Seniorin mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar zum Kirchentag auf dem Weg nach Dessau angereist. „Die ersten Eindrücke sind sehr positiv“, sagt sie.

Tipps aus erster Hand für die nächsten Tage holten sich die Gäste bei ihren Tischpaten. Dessau war für die vier Rheinland-Pfälzer auch eine strategische Wahl. „Es liegt nah an Wittenberg. Die Lutherstadt ist von hier aus auch bequem mit dem Fahrrad zu erreichen“, lobt Hübner.

Tischpatin Koppe, selbst nicht kirchlich gebunden, hat sich auch vorgenommen, einige der über 200 Veranstaltungen des hiesigen Kirchentags auf dem Weg zu besuchen. „Das werden schöne Erlebnisse“, ist sie überzeugt.

Helfer machen Ereignis zu einem großen für Dessau

Vor dem zweistündigen Anhaltmahl wurde der Kirchentag mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. „Dieses Ereignis wird auch Dank der vielen Helfer und Freiwilligen ein großes für Dessau“, war sich Joachim Liebig, der Präsident der Evangelischen Landeskirche, sicher. (mz)