„Focus“-Ranking „Wo man in Deutschland am besten lebt“

„Focus“-Ranking „Wo man in Deutschland am besten lebt“: Letzter Platz für Dessau-Roßlau

Dessau-Rosslau - „Wo man in Deutschland am besten lebt“: Geht es nach dem „Focus“ ist das nicht in Dessau-Roßlau. In einem Regionen-Ranking, das das Münchner Nachrichten-Magazin am Sonnabend veröffentlicht, nimmt die Stadt den 402. - und damit deutschlandweit den letzten Platz ...

Von Steffen Brachert

„Wo man in Deutschland am besten lebt“: Geht es nach dem „Focus“ ist das nicht in Dessau-Roßlau. In einem Regionen-Ranking, das das Münchner Nachrichten-Magazin am Sonnabend veröffentlicht, nimmt die Stadt den 402. - und damit deutschlandweit den letzten Platz ein.

Zum zweiten Mal nach 2003 ist Dessau-Roßlau damit ein Schlusslicht in einer deutschlandweiten Statistik. Damals hatte der „Stern“ die unglücklichste Stadt des Landes ermittelt - und war in Dessau gelandet. Die Rangliste hatte damals für viel Aufsehen gesorgt. Beim „Focus“-Ranking ist das nun nicht anders.

„Wir sind betroffen. Ein letzter Platz ist nie gut für das Image“, sagte Oberbürgermeister Peter Kuras. Man sei aber auch etwas skeptisch. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Städte in noch strukturschwächeren Gegenden wirtschaftlich stärker sein sollen.“ Die Frage sei, ob die ermittelten Zahlen die Stadt in Gänze abbilden.

Der „Focus“ mit dem Titel „Wo man in Deutschland am besten lebt“ erscheint am Sonnabend - mit der provokanten Frage an Bauhaus-Chefin Claudia Perren. „Was hält Sie denn noch in Dessau?“ Die ist überzeugt: „Dessau will erobert werden.“

Für die Focus-Standort-Studie haben der Wirtschaftsforscher Wolfgang Steinle und sein Team Tausende von Daten zu zwölf zentralen Indikatoren untersucht - und in vier Kategorien „Wachstum und Jobs“, „Firmengründungen“, „Produktivität und Standortkosten“ sowie „Einkommen und Attraktivität“ verglichen. Dabei wurden nicht nur Stichtagswerte erfasst, sondern auch Entwicklungen ausgewertet - beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts oder beim Abbau der Arbeitslosigkeit.

Der Süden dominiert

In Sachen „Wachstum und Jobs“ kommt Dessau-Roßlau mit Platz 364 noch auf den besten Einzelwert, bei „Firmengründungen“ sowie „Produktivität und Standortkosten“ landet die Stadt aber nur auf Platz 397. Kuras wundert das. „Bei meiner Wirtschaftsoffensive habe ich in den Unternehmen der Stadt so viel gute Dinge gesehen.“

Der Süden des Landes dominiert das Ranking. Bayern und Baden-Württemberg stellen 45 der 50 Top-Regionen. Auf Platz 1 findet sich der Landkreis Pfaffenhofen wieder. 50 Kilometer von München entfernt, hat hier der Babynahrungshersteller Hipp seinen Sitz und Airbus eine Produktionsstätte.

Im Gegensatz zum starken Süden steht der Osten: 43 der 50 schwächsten „Focus“-Gebiete befinden sich in den fünf neuen Bundesländern. Aus Sachsen-Anhalt erreicht der Saalekreis, der Speckgürtel um Halle, die beste Platzierung - auf Rang 268.

Kuras plant eine Einladung an das Empirica Institut des Focus-Experten Steinle. „Wir wollen uns die Zahlen erklären lassen und darüber diskutieren“, sagte der Oberbürgermeister, der aber zugab: „Das Ergebnis zeigt den großen Handlungsdruck.“ In Sachen Stadtmarketinggesellschaft, die bis 1. September gegründet werden soll. Aber aber auch bei anderen Dingen. „Wirtschaft ist Psychologie. Wir müssen vor allem die Stimmung in der Stadt verbessern.“ Die „Focus“-Studie ist dabei aber erst einmal ein Rückschlag. (mz)