Einladung zum Spielen auf dem Weg

Besondere Aktion in der Ackerstraße - Dessauer Kinder machen ihre Stadt bunter

Gemeinsam mit Dessauer Künstlern entstand in der Ackerstraße ein großes Asphaltbild. Das sieht nicht nur gut aus, sondern birgt auch Überraschendes.

Von Sylke Kaufhold
Stolz präsentieren  die Kinder ihr Werk - der gestaltete Weg an der Ackerstraße
Stolz präsentieren die Kinder ihr Werk - der gestaltete Weg an der Ackerstraße (Foto: S. Kaufhold)

Dessau/MZ - - Eine graue holprige Waschbetonpiste war der Gehweg an der Ackerstraße bis vor kurzem. Jetzt strahlt der Weg schon von weitem bunt. Eine große Schlange schlängelt sich über den zirka 100 Meter langen Weg, „gefüllt“ mit vielen Motiven, die zum Entdecken einladen.

Stolz auf das eigene Werk

„Die Giraffe ist von mir“, zeigt Maximilian stolz auf den Asphalt. Und Lara-Sofie verweist auf eine große Sonnenblume, die auf dem Weg strahlt. „Die habe ich gemalt“, erzählt auch sie stolz. Die beiden gehören zum „Künstlerteam“. Eine Woche lang haben sie gemeinsam mit 18 anderen Kindern in den Sommerferien dem grauen Weg ein neues Aussehen gegeben. Und eine neue Funktion. „Spiel!Straße“ steht auf einem Schild am Anfang des Weges. Nicht nur die große Schlange lädt hier zum Hopsen, Balancieren oder Malen ein. Auch drei große Hüpfspiele finden sich auf dem Asphalt. In der Tat ist hier ein neuer Spielort im Quartier Am Leipziger Tor entstanden.

Jörg Schnurre malt mit Lara-Sofie noch einen großen Smiley.
Jörg Schnurre malt mit Lara-Sofie noch einen großen Smiley.
(Foto: Kaufhold)

Der wird noch in diesem Jahr Verstärkung bekommen. Denn gegenüber will die Stadt einen neuen Spielplatz bauen. „Wir haben wieder einen Farbtupfer in der Stadt hinterlassen“, schaut auch Sven Trautwig stolz auf den bunten Weg. Der Streetworker ist der Initiator dieser Ferienaktion, die von den Künstlern Jörg Schnurre, Till Neuenfeld und Jakob Wolf unterstützt wurde. Nicht zum ersten Mal. In Roßlau in der Porsestraße und im dortigen Jugendklub „Platte 15“ entstanden bereits farbenfrohe Wandbilder. Auch diese waren das Werk von Kindern und Jugendlichen, die auf diese Weise ihre Stadt bunter machen wollen.

Mit Ausdauer und Kreativität am Werk gewesen

In der Ackerstraße haben die Kinder nicht, wie in Roßlau, ihre Bilder gesprüht, sondern gemalt. Das sei aufwändiger und auf der Länge recht anstrengend gewesen, berichtet Streetartkünstler Jörg Schnurre. „Aber die Kinder haben toll mitgemacht und an dem einzigen regenfreien Tag richtiggehend Meter geschrubbt.“ Schnurre ist mit großem Spaß bei diesen Aktionen dabei. „Die Kinder sind sehr kreativ und eifrig, das macht einfach Freude.“

Auch Maximilian hat es super gefallen. „Ich habe hierdurch wieder zum Malen gefunden, das habe ich früher sehr gerne gemacht“, erzählt der Zehnjährige, der in einer Wohngruppe im Quartier lebt. Lara-Sofie ist in ihrer Freizeit viel in der „Kleinen Arche“, die derzeit in der Pestalozzischule ihr Domizil hat. Dort hat die Achtjährige von der Aktion erfahren. „Ich male gerne und hatte Lust mitzumachen“, sagt sie. Auf das Ergebnis sei sie „ganz schön stolz“.

Die Ideen für das Bild haben Kinder, Künstler und Kunstpädagogin Sabine Kuras gemeinsam entwickelt. Finanziert wird das Projekt über das Förderprogramm „Kultur macht stark“, unterstützt von der HIMA Fahrbahnmarkierungen GmbH und der Katrin-Budai-Stiftung.