Anhaltisches Theater in Dessau

Anhaltisches Theater in Dessau: Schauspieler Karl Thiele geht in den Ruhestand

dessau/MZ - Im Anschluss an die Premiere von Nick Whitbys Schauspiel „Sein oder Nichtsein“ am 17. Oktober im Anhaltischen Theater wird der Schauspieler Karl Thiele vom Ensemble des Hauses in den Ruhestand verabschiedet. Thiele hat das Dessauer Schauspiel in über vier Jahrzehnten durch seine kluge und präzise Spielweise entscheidend mitgeprägt. Dabei erwies er sich stets als ebenso integrer wie verlässlicher Künstler, der das Ensemble gerade während der Umbrüche der Wende ruhig und besonnen geführt hat. Dem Publikum hat er sich durch viele Hauptrollen sowie durch eigene Inszenierungen ...

07.10.2014, 07:18

Im Anschluss an die Premiere von Nick Whitbys Schauspiel „Sein oder Nichtsein“ am 17. Oktober im Anhaltischen Theater wird der Schauspieler Karl Thiele vom Ensemble des Hauses in den Ruhestand verabschiedet. Thiele hat das Dessauer Schauspiel in über vier Jahrzehnten durch seine kluge und präzise Spielweise entscheidend mitgeprägt. Dabei erwies er sich stets als ebenso integrer wie verlässlicher Künstler, der das Ensemble gerade während der Umbrüche der Wende ruhig und besonnen geführt hat. Dem Publikum hat er sich durch viele Hauptrollen sowie durch eigene Inszenierungen eingeprägt.

Ein Mann, 160 Rollen

Thiele, Jahrgang 1948, studierte von 1967 bis 1971 an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam/Babelsberg, 1988 absolvierte er das Erich-Engel-Seminar für Regie. Er hat in seiner Laufbahn als Schauspieler etwa 160 Theaterrollen gespielt und bei vielen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Zudem war er sowohl im Hörfunk als auch bei der Synchronisierung von Filmen tätig. Neben seinen Verpflichtungen als Schauspieler führte er bei etwa 40 Stücken selbst Regie. Außerdem adaptierte er mehrere Märchen für die Bühne, u. a. „Schneeweißchen und Rosenrot“.

Publikumspreis der MZ

In Dessau debütierte Thiele 1972 am Landestheater. Von 1989 bis 1992 und von 2002 bis 2005 war er Leiter des Schauspielensembles am Anhaltischen Theater. In der Spielzeit 2004/2005 erhielt er den Publikumspreis der Mitteldeutschen Zeitung für die beste Inszenierung „Die Schöne und das Tier“. Zu seinen letzten großen Rollen auf der Dessauer Bühne zählten der Doktor Rank in Ibsens „Nora“ und „Der alte Dessauer“ in dem von ihm selbst geschriebenen und inszenierten Open-Air-Spektakel zur 800-Jahr-Feier Anhalts. Derzeit ist er in dem von ihm selbst inszenierten großen Solo-Abend „Deutschland. Ein Wintermärchen“ im Alten Theater Dessau zu erleben. In Martina Eitner-Acheampongs Inszenierung von „Sein oder Nichtsein“ spielt er die Rolle des Schauspielers Rowicz.