Alter Wasserturm

Alter Wasserturm: Landesarchiv schafft Platz für Stadtarchiv

dessau/MZ - Die Lösung für das Stadtarchiv Dessau-Roßlaus nimmt Gestalt an. Wegen Platzproblemen waren mehrere Varianten geprüft worden - doch die Standortsuche blieb jahrelang ohne Ergebnis. Schließlich kam das Land zu Hilfe und bot Flächen im Landesarchiv Sachsen-Anhalt im Alten Wasserturm an der Dessauer Heidestraße an. Nun wird der Umzug vorbereitet. Die ersten Regale im Magazinraum sind leer geräumt und bieten damit Platz für die Dokumente des Stadtarchivs. Auch Büros und Magazinvorbereitungsräume warten auf ihre neuen Nutzer. 14 Räume, weiß Stadtarchivleiter Frank Kreißler, werden im Landesarchiv für die städtische Einrichtung zur alleinigen Nutzung zur Verfügung stehen. 33 weitere Räume werden von Stadt- und Landesarchiv gemeinsam genutzt. Darunter der Lesesaal im ...

Von sylke kaufhold 21.03.2016, 18:47

Die Lösung für das Stadtarchiv Dessau-Roßlaus nimmt Gestalt an. Wegen Platzproblemen waren mehrere Varianten geprüft worden - doch die Standortsuche blieb jahrelang ohne Ergebnis. Schließlich kam das Land zu Hilfe und bot Flächen im Landesarchiv Sachsen-Anhalt im Alten Wasserturm an der Dessauer Heidestraße an. Nun wird der Umzug vorbereitet. Die ersten Regale im Magazinraum sind leer geräumt und bieten damit Platz für die Dokumente des Stadtarchivs. Auch Büros und Magazinvorbereitungsräume warten auf ihre neuen Nutzer. 14 Räume, weiß Stadtarchivleiter Frank Kreißler, werden im Landesarchiv für die städtische Einrichtung zur alleinigen Nutzung zur Verfügung stehen. 33 weitere Räume werden von Stadt- und Landesarchiv gemeinsam genutzt. Darunter der Lesesaal im Erdgeschoss.

Im Alten Wasserturm freut man sich auf die neuen „Mitbewohner“, wie Andreas Erb, Leiter der Abteilung Dessau des Landesarchivs, den Mitgliedern des Kulturausschuss erklärt. Das Gremium hatte kürzlich in der Landeseinrichtung getagt und sich ein Bild vor Ort gemacht.

Für die Stadt löst der Umzug ein Langzeitproblem, denn das Stadtarchiv platzt seit langem aus allen Nähten. Geprüft worden war bereits eine Erweiterung sowie ein Neubau an verschiedenen Standorten. Der Auftrag für die Standortprüfung datiert aus dem Jahr 2011. Ergebnisse waren eigentlich für 2013 avisiert, auf dem Tisch lagen sie im Herbst 2015. Da hatte sich zwischenzeitlich aber die Wasserturm-Alternative aufgetan.

Im September/Oktober, so die städtischen Planungen, soll der Umzug erfolgen. „Unser Ziel ist so schnell wie möglich“, verdeutlicht Kulturamtsleiter Steffen Kuras, betont aber, dass das Schaffen der technischen Voraussetzungen für die Datenleitungen umfangreicher als gedacht ist und mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Für die Realisierung der technischen Lösung plant die Stadt mit Kosten von etwa 60 000 Euro, die in den Haushalt eingestellt wurden. Derzeit handele man mit dem Innenministerium eine Kooperations-Rahmenvereinbarung sowie den Mietvertrag aus. „Beides ist noch nicht endverhandelt, aber wir hoffen, dass wir die Beschlussvorlage vor der Sommerpause in den Stadtrat einbringen können“, so Kuras.

Klimabedingungen verbessert

Gelöst wird mit dem Umzug nicht nur das Platzproblem des Stadtarchivs. „Wir verbessern uns auch hinsichtlich der Klimabedingungen für die Archivalien und Fotos“, erklärt Kreißler bei der Besichtigung des Magazins, in das eine Sicherheitsschleuse führt. In dem klimatisierten Raum herrschen konstant 17 Grad Lufttemperatur und 55 Prozent Luftfeuchte. Im jetzigen Domizil in der Langen Gasse fehlt eine Klimatisierung völlig. „Hier sind die Temperaturen zu hoch“, so Kreißler, der sich deshalb freut, dass es im neuen Objekt für die Fotos einen begehbaren Kühlschrank geben wird. Langfristig, so Hausherr Andreas Erb, werde die Stadt Kosten für die Restaurierung der Dokumente sparen, da sie nicht mehr so stark beansprucht werden und weniger schadensanfällig sind.

Die Räume des Stadtarchivs werden im Haus versprengt sein, aufgeteilt nach den Funktionen, erläutert Kreißler. Auf jeden Fall, so ist er sich mit Erb einig, werden sich die Bedingungen für die Nutzer verbessern. „Wir werden die Synergien der Zusammenlegung für eine bessere Servicequalität nutzen“, sagt der Stadtarchivleiter. Und der Leiter des Landesarchivs ist überzeugt: „Das kann hier ein Kompetenzzentrum für Anhalt werden“.

Bei allen Gemeinsamkeiten blieben es aber zwei separate Archive in unterschiedlicher Trägerschaft, hebt Kulturamtsleiter Kuras noch einmal hervor. Was beispielsweise durch zwei unterschiedliche Benutzerordnungen deutlich würde. Ändern werde man aber den Namen des Doppel-Archivs, so dass sich beide Einrichtungen darin wiederfinden, kündigt Steffen Kuras an. (mz)