Gedenken 21 Jahre nach Tod in Polizeizelle - Demo in der Dessauer Innenstadt will an Oury Jalloh erinnern
Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh im Gewahrsam im Dessauer Polizeirevier. Freunde fordern weiterhin Aufklärung, was genau passiert ist.

Dessau/MZ - 21 Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeireviers findet am Mittwoch, 7. Januar, wieder eine Demonstration in Dessau statt.
Diese beginnt 14 Uhr am Hauptbahnhof und wird – begleitet von zahlreichen Zwischenkundgebungen – durch die gesamte Innenstadt führen und wie jedes Jahr am Polizeirevier in der Wolfgangstraße enden. „Wir fordern Wahrheit, Aufklärung und eine Entschädigung“, heißt es in einem Aufruf, der seit einigen Tagen im Internet verbreitet wird. Wie viele Teilnehmer die Demo haben wird, ist unklar. 2025 hatte es 700 Teilnehmer gegeben, ein Jahr zuvor waren es noch 1.300 gewesen.
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Die Polizei wird die zahlreichen angemeldeten Versammlungen mit einem Großaufgebot an Beamten absichern. Die Landesbereitschaftspolizei unterstützt den Einsatz, bei dem es zwischen 13 und 21 Uhr im Bereich der Innenstadt zu massiven Verkehrseinschränkungen kommen wird. Betroffen davon sind der Bereich des Hauptbahnhofes, die Kavalierstraße bis zur Museumskreuzung, die Askanische Straße und die Zerbster Straße sowie das näheren Umkreis des Polizeireviers in der Wolfgangstraße. Die Möglichkeiten zum Ein- und Ausfahren in das Dessau-Center und das Rathaus-Center werden nach Polizeiangaben „kurzzeitig“ unterbrochen sein.
Der aus Sierra Leone geflüchtete Jalloh verbrannte am 7. Januar 2005 in einer Gewahrsamszelle im Polizeirevier. Trotz diverser Prozesse sind die genauen Umstände bis heute nicht geklärt. Juristisch ist der Fall abgeschlossen.