Polizei sucht Zeugen

Weil Mund-Nasen-Schutz fehlt - Busfahrer in Wolfen soll Fahrgast rassistisch beleidigt haben

Ein Mann tunesischer Herkunft hatte beim Einsteigen in den Bus keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Nun ermittelt die Polizei auch wegen Bedrohung.

Aktualisiert: 13.05.2022, 12:30 • 13.05.2022, 11:51
Bus- und S-Bahnhof in Wolfen
Bus- und S-Bahnhof in Wolfen (Foto: Kehrer)

Wolfen/MZ - Ein Busfahrer hat offenbar in Wolfen einen Fahrgast rassistisch beleidigt und bedroht. Hintergrund war eine zunächst fehlende Mund-Nasen-Bedeckung des Mannes tunesischer Herkunft. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen des Vorfalls.

Die Tat soll sich am Mittwoch gegen 8.40 Uhr im Stadtgebiet von Wolfen ereignet haben. Als der 41-jährige Fahrgast den Bus betreten wollte, soll er zunächst lautstark aufgefordert worden sein, seinen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Im Anschluss soll ihn der Busfahrer mit einem Gegenstand bedroht haben.

Der in Bitterfeld-Wolfen wohnhafte Tunesier habe daraufhin laut Polizei seine Maske aufgesetzt und ein Ticket geordert. Anschließend soll der Busfahrer den Gegenstand wieder beiseite gelegt und dem Fahrgast die Weiterfahrt gewährt haben. Allerdings soll der Mann vom Busfahrer dann auch noch ausländerfeindlich beleidigt worden sein.

Beim Aussteigen fertigte der 41-Jährige nach Angaben der Polizei ein Foto von Bus und Busfahrer an. Dabei soll der Fahrer eine „obszöne Geste“ gezeigt haben.

Beim betroffenen Busunternehmen Vetter nimmt man den Vorfall sehr ernst, erklärt der kaufmännische Leiter, Fabian Watzke, auf MZ-Anfrage. „Wir haben da eine ganz klare Politik“, führt er aus, „sollte sich der Verdacht bestätigen, werden wir Schritte gegenüber dem Fahrer einleiten“. Doch zunächst wolle man sich, auch mit Hilfe der Zeugenhinweise, ein genaueres Bild der Lage machen. „Derzeit steht Aussage gegen Aussage.“ Der betroffene Fahrer sei vorerst weiter im Einsatz für das Unternehmen.

Die Polizei bittet Zeugen, welche Angaben zu den Geschehnissen machen können, sich bei der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau unter der Rufnummer 0340/6000291 oder per E-Mail an [email protected] zu melden.