Die wichtigsten Fragen

Quarantäne wird verkürzt: Diese neuen Corona-Regeln gelten ab sofort in Anhalt-Bitterfeld

Der Landkreis verabschiedet eine neue Verfügung. Die Isolation dauert nur noch zehn Tage. Eine Freitestung ist nach einer Woche möglich. Doch es gibt auch komplette Befreiungen.

Von Frank Czerwonn 21.01.2022, 16:54 • Aktualisiert: 21.01.2022, 17:13
Mit einem PCR- oder Schnelltest von geschultem Personal wie im Testzentrum von Bitterfeld-Wolfen kann man sich freitesten.
Mit einem PCR- oder Schnelltest von geschultem Personal wie im Testzentrum von Bitterfeld-Wolfen kann man sich freitesten. (Foto: Michael Maul)

Anhalt-Bitterfeld/MZ - Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat am Freitagnachmittag Entscheidungen getroffen, auf die viele Bürgerinnen und Bürger seit Tagen warten. Mit seiner 2. Allgemeinverfügung wird die Quarantäne für positiv auf Corona Getestete und enge Kontaktpersonen auf zehn Tage verkürzt. Nach sieben Tagen ist außerdem eine vorfristige Freitestung möglich. Für dreifach geimpfte Menschen gelten weniger strenge Regelungen. Die MZ stellt die wichtigsten Festlegungen aus der neuen Verfügung des Landkreises vor, die an diesem Samstag in Kraft tritt.

Wer muss in Quarantäne?

Wer positiv getestet wird, muss für zehn Tage in häusliche Selbstisolation, enge Kontaktpersonen selber informieren sowie die Angaben zu sich und den Kontaktpersonen an das Gesundheitsamt per Fax oder Mail übermitteln. Melden soll man enge Kontaktpersonen ab zwei Tage vor dem Test. Diese Quarantäne endet automatisch - also ohne vorherige Testung - nach zehn Tagen.

In eine zehntägige Quarantäne müssen sich auch Menschen begeben, die als enge Kontaktperson eines bestätigten Corona-Falls gelten. Die zehn Tage werden ab dem letzten Kontakt gerechnet. Auch sie müssen ihre Daten an das Gesundheitsamt mailen. „Eine telefonische Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt erfolgt nicht“, wird betont.

Wer ist enge Kontaktperson?

Als solche gelten Menschen, die ohne durchgängiges Tragen einer Maske mit einem Infizierten ein Gespräch ohne Mindestabstand von 1,50 Meter geführt haben. Die Dauer ist unwichtig. Das sind also zum Beispiel Menschen, die in demselben Haushalt leben. Enge Kontaktperson ist man auch, wenn man mit einem Infizierten im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole für mehr als zehn Minuten war. Das gilt unabhängig vom Abstand und selbst, wenn man durchgehend eine Maske trug. Dazu zählen Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen ohne regelmäßige Lüftung sowie Gruppenveranstaltungen. Das gilt allerdings nicht bei einzelnen Infektionsfällen im Klassenverband.

Wer ist von der Quarantäne ausgenommen?

Doch es gibt Ausnahmen von der Quarantäneregelung. Menschen mit einer Boosterimpfung müssen nicht in Quarantäne. Allerdings müssen sie drei Mal geimpft worden sein. Das gilt inzwischen auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson! Geimpfte Genesene bleiben auch verschont. Ausgenommen von der Selbstisolation sind zudem Zweifach-Geimpfte ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung und bis zum 90. Tag nach der Impfung sowie Genesene ab dem 28. Tag bis zum 90. Tag nach dem positiven PCR-Test. All diese Menschen müssen sich auch nicht beim Gesundheitsamt melden.

Wenn allerdings bei einer geimpften oder genesenen Kontaktperson innerhalb von 14 Tagen Husten, Schnupfen, Fieber oder der Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns auftreten, muss sie einen PCR-Test machen.

Wie kann die Quarantäne verkürzt werden?

Enge Kontaktpersonen ohne Krankheitsanzeichen können sich am 7. Tag mit einem PCR-Test oder einem Schnelltest durch fachkundiges Personal freitesten. Schüler, deren Kontakt im häuslichen Umfeld bestand, und Kita-Kinder können den Test bereits am 5. Tag machen.

Infizierte müssen 48 Stunden symptomfrei sein, um am 7. Tag mit einem negativen PCR-Test oder einem Schnelltest durch geschultes Personal die Quarantäne zu verkürzen. Beschäftigte in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen brauchen jedoch zwingend einen negativen PCR-Test. Zur Durchführung der Tests darf man die Wohnung verlassen. Die Nachweise sind dem Gesundheitsamt zu übermitteln. Erst danach darf man die Selbstisolierung beenden.

Kontakt zum Gesundheitsamt per Mail an [email protected] oder per Fax: 03496/601752