Bürgermeisterwahl in Sandersdorf-Brehna

Bürgermeisterwahl in Sandersdorf-Brehna: Der einzige Kandidat ist der Sieger

Sandersdorf-Brehna - Am Ende ging alles ganz schnell. Bereits um 18.20 Uhr stand auch amtlich fest: Andy Grabner (CDU) wird weitere sieben Jahre lang die Geschicke der Stadt Sandersdorf-Brehna leiten. Der 40-jährige Amtsinhaber, der als einziger Kandidat antrat, hat die Wahl mit 91,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen ...

Von Frank Czerwonn 12.04.2015, 11:48

Am Ende ging alles ganz schnell. Bereits um 18.20 Uhr stand auch amtlich fest: Andy Grabner (CDU) wird weitere sieben Jahre lang die Geschicke der Stadt Sandersdorf-Brehna leiten. Der 40-jährige Amtsinhaber, der als einziger Kandidat antrat, hat die Wahl mit 91,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen gewonnen.

Sein Sieg stand bereits vorher fest, da eine einzige gültige Stimme für die Wiederwahl ausgereicht hätte. Grabner hat daran am wenigsten Schuld. Schließlich hatten die anderen Parteien nach eigener Aussage keine geeigneten Gegenkandidaten gefunden. Und auch die weitgehend positive Bewertung der bisherigen Arbeit des Bürgermeisters dürfte dabei eine Rolle gespielt haben. So konnte der frühere Sandersdorfer Bürgermeister Wolfgang Thiel als einer der ersten Gratulanten auf der Wahlparty im Bistro „Pelikan“ Grabner auch scherzhaft fragen: „Und, hast du’s geschafft?“

Der Gewinner übte sich in Bescheidenheit: „Die Erleichterung ist groß, auch wenn die Spannung nicht allzu hoch war.“ Dass er keinen Gegenkandidaten hatte, habe aber vieles erleichtert. Für den in Zscherndorf wohnenden Landrat Uwe Schulze (CDU) war denn auch „der eigentliche Sieg, dass Grabner allein angetreten ist und sich kein anderer getraut hat“.

Doch der Sieg hat einen bitteren Beigeschmack. Die große Mehrheit der Einwohner blieb den Wahllokalen fern. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,2 Prozent. Grabner selbst hatte vor der Wahl gehofft, das man wenigstens 25 Prozent erreichen könne. Doch alle Mobilisierungsversuche nützten am Ende wenig. „Aber damit war zu rechnen“, meinte der alte und neue Bürgermeister. Wobei die Beteiligung in den Ortsteilen sehr verschieden ausfiel.

Während im kleinen Heideloh 27 Prozent wählten, waren es in Brehna nur 8,15 Prozent. „Von insgesamt 13 076 Wahlberechtigten haben 2 258 ihre Stimme abgegeben. Davon waren 2 063 gültig und 195 ungültig“, sagt Wahlleiterin Sabine Montag.

Rund 35 Gäste feierten mit Grabner dieses Ergebnis. Neben dessen Freundin Claudia Zecker und Grabners zwölfjährigem Sohn Paul gehörten die CDU-Landtagsabgeordneten Herbert Hartung und Lars-Jörn Zimmer, Zörbigs Bürgermeister Rolf Sonnenberger (Bürger für Zörbig/Wählerliste Sport), Petersrodas Ortsbürgermeisterin Simone Engefehr sowie Zscherndorfs Ortsbürgermeister und CDU-Fraktionschef im Stadtrat, Michael Aermes, zu den Gratulanten.

Linken-Stadtratsfraktionschef Udo Mölle wünschte Grabner, „dass er seine Arbeit in den nächsten sieben Jahren genauso gut macht“ und schenkte ihm einen symbolischen Euro - „damit im Stadtsäckel immer ein Plus ist“.

Damit stieß er bei Grabner auf offene Ohren: „Wir wollen nicht nur verwalten, sondern auch gestalten.“ Aber das werde immer schwieriger angesichts der Finanzlage der Städte. „Die Zeiten werden nicht rosiger.“ Trotzdem wolle Sandersdorf-Brehna bei der Kinder- und Familienfreundlichkeit und den Freizeitangeboten weiter zulegen. „Auch bei der Vereinsstruktur werden wir keine großen Abstriche hinnehmen“, gab er sich kämpferisch.

„Mir ist egal, ob das Land zwei Jahre früher oder später entschuldet ist. Entscheidend ist, dass die Kommunen ordentlich ausgestattet werden.“ Doch er sei keinesfalls ein Einzelkämpfer: „Es bedarf vieler Menschen, die mit anpacken, um unsere Stadt nach vorn zu bringen.“ (mz)