Trotz mäßig warmen Sommers

Baumrettungen durch Gießsäcke hat sich in Bitterfeld-Wolfen bewährt

Von Frank Czerwonn 05.10.2021, 09:40
An Jungbäumen in der Grünen Lunge sind die Säcke im Einsatz.
An Jungbäumen in der Grünen Lunge sind die Säcke im Einsatz. (Foto: Kehrer)

Bitterfeld/MZ - Sie sind auch in diesem Jahr kaum zu übersehen: grüne Wasserschläuche, die rund um jüngere Baumstämme angebracht sind. Seit dem Frühsommer sorgen mehr als 400 dieser Säcke im Stadtgebiet von Bitterfeld-Wolfen für die Bewässerung eines Teils des Straßengrüns. Obwohl die große Hitze und Trockenheit der Vorjahre ausblieb.

„Dieses Bewässerungssystem hat sich bewährt und ist mehr als nur eine Notlösung in Extremsommern“, sagt der Leiter des zuständigen Sachbereichs öffentlich Anlagen, Mario Schulze. Die Wassersäcke seien besonders bei jungen Bäumen bis zu einem Alter von zehn Jahren geeignet. „Dort macht das Sinn.“ Pro Jungbaum benötige man zwei bis drei der grünen Schläuche, die jeweils 35 Liter Wasser fassen.

Zu sehen sind die Säcke beispielsweise in der Zörbiger oder der Brehnaer Straße in Bitterfeld

Bei älteren Bäumen mit dickeren Stämmen würde man wesentlich mehr Exemplare pro Baum brauchen. Zudem seien ausgewachsene Bäume robuster und würden auch kurze Trockenphasen leichter verkraften. Bei jungen Straßenbäumen dagegen sei die Gefahr größer, dass sie nicht überleben. Zwar sei die Stadt dennoch mit Wasserwagen unterwegs, wenn der Regen ausbleibt. „Doch der Vorteil der Wassersäcke ist die kontinuierliche Wasserabgabe. Sie sind so perforiert, dass das Wasser tröpfchenweise herausläuft“, so Schulze. Sie müssten nur einmal pro Woche nachgefüllt werden. Zudem würden sie an Stellen eingesetzt, wo es die Straßenverhältnisse nur schwer hergeben, konventionell zu bewässern.

Zu sehen sind die Säcke beispielsweise in der Zörbiger oder der Brehnaer Straße in Bitterfeld. Aber auch in der Grünen Lunge oder auf dem Parkplatz gegenüber des Bitterfelder Rathaus-Neubaus seien sie im Einsatz. In diesem Jahr wurden keine neuen angeschafft. „Aber wir planen, ihre Anzahl zu erhöhen“, so Schulze. Ob noch in diesem oder erst im nächsten Jahr nachgeordert wird, sei aber noch nicht entschieden. Auch andere Kommunen nutzen die Wassersäcke inzwischen - beispielsweise Sandersdorf-Brehna.