Erdfälle werden verfüllt Begutachtung der Erdfälle bei Wimmelburg

Wimmelburg - Die Experten des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB) waren vor Ort, um die von Werner Zabel, Mitglied des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder (AHA), gemeldeten Erdfälle bei Wolferode zu untersuchen. Zabel hatte Löcher unterhalb der Halde des Wassermannschachtes östlich der Landesstraße von Wimmelburg in Richtung Wolferode entdeckt.
Die Experten stellten Pressesprecherin Nadja Sonntag zufolge „zwei erdfallbedingte Vertiefungen am Haldenfuß und einen Erdfall unterhalb der Halde auf der Grabenschulter“ fest. Die beiden Vertiefungen am Haldenfuß haben nach ihren Worten einen Durchmesser von etwa einem Meter und eine Tiefe von maximal 50 Zentimeter. „Der Erdfall am Rande des Bachbetts hat einen Durchmesser von etwa 80 Zentimeter und eine Tiefe von maximal 1,20 Meter“, so Sonntag.
Begutachtung der Erdfälle bei Wimmelburg
Nach der Begutachtung sollen die Erdfälle beziehungsweise Vertiefungen zum einen mit Haldenmaterial verfüllt werden. Fortgesetzt werden soll zum anderen der Ausbau der Grabensohle mit Halbschalen. Und zwar soll dies in Richtung Wolferode passieren, möglichst bis zum Ende der Halde mit dem straßenbegleitenden Graben auf 150 Meter Länge. Das Landesamt empfiehlt außerdem, den betroffenen Bereich weiter zu beobachten. Diese Vorgehensweise wurde Sonntag zufolge auch an die Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra weitergeleitet.
Bauamtsleiter Meinolf Thorak bestätigt die Kontaktaufnahme. Wie es jetzt ganz konkret weiter geht, konnte er nicht sagen. Die Details müssten jetzt noch geklärt werden. „Wir befinden uns in der Abstimmung“, sagt er auf Anfrage der MZ. Es gehe darum, wer was wann mache. Die in der Nähe verlaufende Straße sei nicht gefährdet. Sie müsse nicht vorsorglich gesperrt werden.
Die Gefahr: Hohlräume können weiter ausgespült werden
Erdfälle in der Region sind dem Landesamt seit dem Jahr 1994 bekannt. Die Behörde gibt deren Anzahl mit fünf an. Sie befinden sich im Bereich des Wolferöder Grabens am Haldenfuß. Die Erdfälle hatten demzufolge einen Durchmesser zwischen 1,50 und drei Meter, waren zwischen 50 Zentimeter und 1,50 Meter tief.
Weil die Gefahr bestand, dass die Hohlräume im Untergrund weiter ausgespült werden können wurden sie zunächst verfüllt. Der Wolferöder Graben wurde außerdem mit Halbschalen ausgebaut. Solche Maßnahme sollen dazu beitragen, dass sich die Situation auch langfristig nicht verschlechtert, sondern stabilisiert. An der Bösen Sieben führten Aktivitäten dieser Art bereits zum erheblichen Rückgang von Erdfällen.
Generell entstehen Hohlräume im Untergrund, wenn sich dort leicht lösliches Gestein wie Steinsalz, Gips oder Kalkstein zersetzt. Experten sprechen in diesen Fällen dann von einer sogenannten Karsterscheinung. (mz)