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Schauspieler ehren Beethoven Schauspieler Hagen Möckel und Hilmar Eichhorn bitten um Spenden für Beethoven-Programm: Premiere 16. Mai Schlosstheater Ballenstedt

Von Regine Lotzmann 05.04.2020, 14:56
Der Schauspieler Hagen Möckel, ein ehemalige Ascherslebener, arbeitet gerade an einem neuen Programm über Beethoven.
Der Schauspieler Hagen Möckel, ein ehemalige Ascherslebener, arbeitet gerade an einem neuen Programm über Beethoven. Nancy Glor

Aschersleben - Natürlich kommt einem bei Beethoven gleich die Schicksalssinfonie in den Sinn. Und mit dem Schicksal hadert Hagen Möckel derzeit gerade. Denn eigentlich hat der mit Aschersleben verbundene Schauspieler ein musikalisch-literarisches Programm erschaffen, mit dem er dem außergewöhnlichen Komponisten zu dessen 250. Geburtstag huldigen möchte. Die Premiere dafür war für diese Woche geplant.

„Doch die Corona-Krise hat uns in eine schwierige Situation gebracht“, gesteht Möckel. „Die Künstler leiden unter diesen Umständen und haben auf unbestimmte Zeit keine Vorstellungen mehr. Und das bedeutet: keine Einnahmen.“ Was für den Schauspieler nicht einfach ist, denn seine Stücke produziert er zu 100 Prozent selbst, also aus eigenen Mitteln.

Mit Hilmar Eichhorn und Pianistin Svetlana Meskhi geht  es um Beethovens Klaviersonaten

Deshalb ist er auf Eintrittsgelder und Gastspielverträge angewiesen. Davon zahlt er, weil er gleichzeitig der Veranstalter ist, die Mieten für die Auftrittsorte, Programmhefte, die Gagen. Denn an seinem Beethoven-Stück wirken auch der Schauspieler Hilmar Eichhorn und die Leipziger Pianistin Svetlana Meskhi mit. „Ich hangele mich an den Klaviersonaten entlang, die einen Bezug zu Menschen aus dem Leben des Komponisten haben“, spricht Möckel von Mondschein- oder der Hammerklaviersonate.

„Für Pianisten ist das eine große Herausforderung und es war schwer, jemanden zu finden, der sich das zutraut.“ Doch nun hat er die passende Klavierspielerin.

Jetzt fehlen noch Plakate, Ankündigungsfotos, die Technik für die Aufführungen muss bezahlt werden. „Aber zurzeit bin ich zum Nichtstun verbannt und habe null Gage. Und irgendwo ist jetzt der Punkt erreicht, wo es eng wird“, gibt der Künstler zu.

Über die Crowdfunding-Plattform Startnext will Möckel Spenden für das Beethoven-Projekt einwerben

Aufgeben will er trotzdem nicht. „Nach einer Schockstarre, die geprägt war von ersatzlos gestrichenen Vorstellungen und Engagements und damit verbundenen Einnahmeverlusten, waren wir uns schnell einig: Wir lassen uns von einem Virus weder unser Programm noch den Beitrag zum Beethoven-Jahr zunichtemachen.“

Deshalb will er nun neue Wege gehen und versucht, über die Crowdfunding-Plattform „Startnext“, die eine Corona-Hilfsaktion gestartet hat, Mittel einzuwerben. „Jeder Euro zählt und lässt uns den Glauben nicht verlieren, dass wir das uns am Herzen liegende Projekt zu einer erfolgreichen Premiere führen“, hofft er auf Unterstützer bei dieser alternativen Finanzierungsform.

Premiere wurde auf den 16. Mai im Schlosstheater in Ballenstedt verschoben

Die neue Premiere ist nun für den 16. Mai im Schlosstheater von Ballenstedt geplant. Weitere Vorstellungen soll es im Literaturhaus in Halle geben. „Und vielleicht klappt es auch noch in Aschersleben“, hofft Möckel. Denn der nun in Halle ansässige Künstler hatte einige Jahre in der Eine-Stadt gelebt, so dass er dort gut bekannt ist.

„1986 bin ich zu meiner damaligen Frau nach Hausneindorf gezogen, kurz danach haben wir eine Wohnung in Aschersleben bekommen“, sagt der 56-Jährige, der noch immer gern Auftritte in seiner alten Heimat bestreitet - und es vielleicht auch bald wieder kann. (mz)