Muss Hotelier Bahnhof Alexisbad aufgeben?
Alexisbad/Wernigerode/MZ. - "Es geht nicht voran, nach über zwei Jahren hat nicht einmal eine Entrümpelung stattgefunden", erklärte HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Und: "Langsam wird das ärgerlich." Nachdem die HSB den Bahnhof selber aus Kostengründen nicht betreiben kann und will, war man über das Angebot Wiemanns froh, das Haus aus seinem bereits ein Jahrzehnt währenden Dornröschenschlaf zu wecken. Auf ein Jahr mehr oder weniger schien es nicht anzukommen - bis jetzt: Nachdem die Anbindung Quedlinburgs an die Selke- und damit an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen in greifbare Nähe rückt, rückt offenbar auch Alexisbad wieder in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit der HSB.
"Alexisbad ist uns einfach zu wichtig", erklärte Wagener. Daher wolle man mit Wiemann "ernsthafte Gespräche" über seine Pläne führen. "Wenn es nichts wird, können wir auch selber wieder disponieren", so der HSB-Geschäftsführer. Man denke zur Zeit in alle Richtungen, andere Interessenten für den "interessanten Standort" seien denkbar. Allerdings drängt die Zeit - es bleibt nur noch rund ein Jahr bis zur Aufnahme des Zugverkehrs nach Quedlinburg, um den Bahnhof wieder in einen attraktiven Zustand zu versetzen.
Inzwischen hat die HSB auch ihre umstrittene Entscheidung revidiert, den Bahnhof Alexisbad ohne Personal zu betreiben. Nachdem seit Herbst vergangenen Jahres die Leitung des Zugbetriebs im Selketal von Nordhausen aus erfolgt, wollte man auf Servicekräfte vor Ort verzichten. Dies war unter anderem vom Freundeskreis Selketalbahn heftig kritisiert worden. "Seit Weihnachten haben wir wieder einen Servicemitarbeiter in Alexisbad, der sich um Fahrkarten und Souvenirverkauf kümmert", erklärte Wagener. Es sei geplant, die Angebote künftig noch zu erweitern.
Hotelier Erich Wiemann reagierte verärgert auf die Kritik: Es gebe nun mal Zusammenhänge zwischen Liquidität und Baufertigstellung: "Zuerst müssen die Vitalterrassen fertig gestellt werden", sagte Wiemann mit Blick auf die Wellnesslandschaft, die neben seinem Hotel "Habichtstein" entsteht. Bei diesem Projekt habe es eineinhalb Jahre Verzögerung gegeben, zudem sei die Kommune "nicht sehr hilfreich gewesen". Er kündigte nun die Aufnahme der Bauarbeiten am Bahnhof in Alexisbad für dieses Jahr an.