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Mein Baum für AscherslebenAktion ehrt Andreas Michelmann für 28 Jahre als Oberbürgermeister

Die Aktion „Mein Baum für Aschersleben“ sorgt diesen Herbst für 24 Neupflanzungen. Unter anderem wird auch Ascherslebens langjährigem Oberbürgermeister Andreas Michelmann ein „grünes Denkmal“ gesetzt.

Von Thilo Leuschner 28.11.2022, 14:00
Jede Pflanzung erhält eine solche Gedenkplakette.
Jede Pflanzung erhält eine solche Gedenkplakette. (Foto: Thilo Leuschner)

Aschersleben/MZ - Bei strahlendem Sonnenschein gießt Andreas Michelmann eine Silberlinde auf der Ascherslebener Herrenbreite an.

Die Neupflanzung nahe der Weltzeituhr wurde von seinen Parteikollegen der Wählerinitiative Die Aschersleber Bürger (Widab) im Rahmen der Pflanzaktion „Mein Baum für Aschersleben“ gespendet. Damit sollen die langjährigen Verdienste Andreas Michelmanns als Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben gewürdigt werden.

„Unter anderem holte er 2010 unter dem Motto ‚Natur findet Stadt’ die Landesgartenschau nach Aschersleben. Da passt es ganz gut, ihm einen Baum zu widmen“, sagt sein Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters, Steffen Amme (ebenfalls Widab), im Rahmen der Pflanzveranstaltung. Andreas Michelmann würde ein Denkmal gesetzt werden, das ebenso nachhaltig sei, wie sein Wirken für die Stadt.

Große Beteiligung an Aktion

Das Angießen der Silberlinde auf der Herrenbreite ist nur symbolisch für alle Baumspenden der letzten Wochen gedacht. Ganze 18 „grüne Geschenke“, wie sie Steffen Amme nennt, kamen diesen Herbst im Rahmen der Begrünungsaktion „Mein Baum für Aschersleben“ hinzu.

Insgesamt sind es damit 190 Neupflanzungen seit die Aktion im Jahr 2015 vom Verschönerungsverein Aschersleben ins Leben gerufen wurde. Eine Baumspende umfasste gleich sieben Schnurbäume auf dem Friedhof in der Schmidtmannstraße (die MZ berichtete), 17 weitere Bäume kamen durch Einzelpflanzungen hinzu.

Stellvertretend für alle Pflanzungen im Herbst 2022 gießt Andreas Michelmann die ihm gewidmete Silberlinde auf der Herrenbreite an.
Stellvertretend für alle Pflanzungen im Herbst 2022 gießt Andreas Michelmann die ihm gewidmete Silberlinde auf der Herrenbreite an.
(Foto: Thilo Leuschner)

„Die Spender suchen bewusst den öffentlichen Raum“, weiß André Könnecke, als Vorsitzender des Verschönerungsvereins und Leiter des Bauwirtschaftshofes der Stadt Aschersleben sowohl in Planung als auch Umsetzung involviert. „So kann man auf vielfältige Weise etwas Gutes tun: es ist ein wertvoller Beitrag für die Umwelt und gleichzeitig eine Bereicherung für das Stadtbild.“

Baumspenden von „Mein Baum für Aschersleben“ entlasten Stadtkasse

Außerdem würde durch das System von privaten Spenden die Stadtkasse entlastet werden, aus der sonst das Geld zur Aufforstung und Begrünung Ascherslebens genommen werden müsste. Es gebe demnach eine Vielzahl an Gründen, warum André Könnecke den Baumspendern danken wolle und müsse.

Diese haben sich nämlich am Sonnabendvormittag an der Weltzeituhr auf der Herrenbreite versammelt. Zwar sind all ihre Baumspenden bereits eingepflanzt worden, ihr Engagement für Umwelt und Stadtbild wird aber noch einmal öffentlich mit der Übergabe einer Urkunde gewürdigt. Dafür wird jeder Spender der Herbst-Pflanzaktion 2022 noch einmal namentlichen mit Anlass seiner Spende vorgestellt.

Vielfältige Beweggründe für Baumspenden in Aschersleben

Geburten, Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen, Renteneintritte, zu früh von uns gegangene geliebte Menschen – die Liste der Anlässe, um der Stadt Aschersleben einen Gedenkbaum zu spenden ist lang. Für Margit und Harald Noetzel ist es bereits der zweite „Baum für Aschersleben“.

Den ersten gab es vor ein paar Jahren zum 70. Geburtstag des Ehemannes, jetzt wurde die Goldene Hochzeit botanisch verewigt. Auch das Bestattungshaus Heinz Knoche hat zum wiederholten Mal pflanzen lassen – auf dem Ascherslebener Friedhof, in Gedenken an alle in diesem Jahr Verstorbenen.

Große Artenvielfalt bei Baumpflanzungen in Aschersleben

Und genauso individuell und vielfältig wie die Beweggründe der Spender sind die gewählten Baumarten. Neben Spitzahorn, Säulenulme und Erle wurde unter anderem auch eine echte Deutsche Eiche gepflanzt. Abgesehen davon, im Rahmen der Aktion „Mein Baum für Aschersleben“ ein neues Zuhause bekommen zu haben, eint alle Baumspenden der Ursprungsort.

„Das sind alles Bäume aus der Mitteldeutschen Baumschule“, betont Holger Dietrich, Bereichsleiter für die Grünflächen beim Bauwirtschaftshof. Und zu jedem Baum hat er einen interessanten Fakt oder eine Anekdote auf Lager. Zum Beispiel sei die Pyramidenpappel, von der jetzt auch ein Exemplar auf dem Burgberg nahe der Erdkerbe steht, schon Napoleons Lieblingsbaum gewesen.

„Mein Baum für Aschersleben“:  Noch freie Plätze im Frühjahr

Wer selbst einen Lieblingsbaum hat, den er gerne in Aschersleben wachsen sehen würde oder jemandem mit einem grünen Denkmal eine Freude bereiten möchte, kann sich auf der Homepage des Verschönerungsvereins Aschersleben kundig machen.

„Wir haben noch viele freie Standorte“, sagt Vorsitzender André Könnecke. Die nächsten Pflanzungen finden voraussichtlich im März oder April statt und für 500 Euro kann man dabei sein – gärtnerische Betreuung für die ersten drei Jahre und Ersatzpflanzung im Schadensfall eingeschlossen.