Düsteres Friedhofsgeflüster

Düsteres Friedhofsgeflüster: Eine „Schwarze Witwe“ zum Jubiläum

Aschersleben - Mit welch schaurigen Geschichten der Bauwirtschaftshof das 20-jährige Bestehen des Betriebs eröffnen wird.

Von Detlef Anders 26.08.2018, 08:56

Die „schwarze Witwe“ wird in Aschersleben auf dem Zentralfriedhof erwartet.

Am Freitag, 31. August, wird sie die Besucher ab 20.30 Uhr über den Zentralfriedhof in der Schmidtmannstraße führen und mit den Besuchern in die Bestattungskultur des 16. bis 19. Jahrhunderts eintauchen.

„Friedhofsgeflüster, das klingt schon mal spannend“, denkt André Könnecke, der Leiter des Bauwirtschaftshofes.

Er hat die Erlebnisführung mit der „schwarzen Witwe“, einer historischen Figur aus dem Jahr 1898, in das Jubiläumsprogramm aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Bauwirtschaftshofes aufgenommen.

Das Jubiläum wird erst einen Tag später mit mehreren Programmpunkten auch auf dem Friedhof begangen.

Das Event mit dem Titel „Von Totenkronen, Wiedergängern und der Angst vor dem Scheintod“ ist quasi die Eröffnung der Feierlichkeiten.

Könnecke hat die Darstellerin Anja Kretschmer nach Aschersleben geholt, nachdem er sie vor ein paar Wochen in Halle sah und begeistert zurückkehrte.

„Die lebt das richtig.“

Während der Führung mit ihr werde der Bogen von den Bestattungsbräuchen bis hin zum Aberglauben gespannt, untermauert jedoch auch immer wieder von ihrem persönlichen Schicksalsschlag.

Tod und Trauerkultur möchte die Darstellerin anhand der vergangenen Zeiten nahe bringen. Sitten, Bräuche und Aberglaube stehen bei einbrechender Dunkelheit im Mittelpunkt.

Wie sind unsere Vorfahren mit den Themen Sterben, Tod und Trauer umgegangen?

Die Frage wird ebenso geklärt wie die nach Ritualen, wer die Leichenbitterin war und warum man einem Sterbenden nie beim Namen rufen darf oder was Totenkronen sind.

„Das Friedhofsgeflüster ist mittlerweile so erfolgreich, dass es durch ganz Deutschland tourt, um den Menschen den Tod und die Bedeutung von alten Ritualen aufzuzeigen“, weiß Könnecke.

Kein langer Blick in die dunklen Augen

Wer diese außergewöhnliche Dame aus der Vergangenheit kennenlernen und darüber hinaus erfahren möchte, was Totenkronen und Leichenbitter sind und was die Taube mit dem Tod zu tun hat, sollte diese einzigartige Führung nicht verpassen, wirbt die Darstellerin in ihrer eigenen Mitteilung.

„Aber Vorsicht, wer einmal zu lange in ihre dunklen Augen blickt, erliegt ihrem Willen.“

Sie habe das Thema auf eine sehr interessante Art aufgearbeitet, sagt Betriebsleiter Könnecke. „Ich bin froh, dass wir sie gekriegt haben. Sie kommt immerhin aus Rostock.“

Der Eintritt kostet 20 Euro. Treffpunkt ist am Eingang des Zentralfriedhofs in der Schmidtmannstraße 40 in Aschersleben.

Infos und Anmeldung im Netz: www.friedhofsgefluester.de (mz)