Der alten Mühle fehlt es am Wipperwasser

Drohndorf/MZ. - Im Jahr 2000 hatte Heusinger gemeinsam mit zwei Bekannten die Drohdorfer Mühle gekauft. Immer, wenn es die Zeit erlaubt, ist er in Drohndorf am Werkeln. Das Herzstück der Mühle ist die Turbine, die er schon in ihre Einzelteile zerlegt hat. Mit ihr will er irgendwann Strom erzeugen. "Wenn der Strom fließt, lasse ich mir was einfallen, was damit betrieben wird. Vorstellbar wäre eine Ölmühle", blickt er schon weit in die Zukunft. Wichtig sei aber, dass das Wasser fließt. Da aber liegt das ...

Von Hajo Mann 26.09.2006, 17:11

Im Jahr 2000 hatte Heusinger gemeinsam mit zwei Bekannten die Drohdorfer Mühle gekauft. Immer, wenn es die Zeit erlaubt, ist er in Drohndorf am Werkeln. Das Herzstück der Mühle ist die Turbine, die er schon in ihre Einzelteile zerlegt hat. Mit ihr will er irgendwann Strom erzeugen. "Wenn der Strom fließt, lasse ich mir was einfallen, was damit betrieben wird. Vorstellbar wäre eine Ölmühle", blickt er schon weit in die Zukunft. Wichtig sei aber, dass das Wasser fließt. Da aber liegt das Problem.

"Als im vergangenen Jahr das bestehende Wehr abgerissen wurde, ist der Wasserspiegel der Wipper um mehr als 50 Zentimeter abgesenkt worden", berichtet Heusinger. "Die Gemeindeverwaltung hat gewusst, dass ich die Mühle in Gang setzen will und hat mich nicht einmal informiert", äußert er sein Befremden. Er vermutet, die Beseitigung des Wehrs könnte im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz mit EU-Mitteln erfolgt sein. "Um die Errichtung eines neuen Wehrs wird es noch einen langen Kampf mit den Wasserbehörden geben", sieht Heusinger voraus. "Bezahlen muss ich das Wehr dann selbst", fügt er hinzu. Der Mühlgraben existiert noch. Er droht aber zuzuwachsen. Drei Mühlen hat Heusinger schon zum Laufen gebracht, eine davon in Bautzen. Drohndorf soll die nächste Mühle werden.

Für Drohndorfs Bürgermeister Manfred Topf bestand keine Veranlassung, Heusinger zu informieren. "Die Beseitigung des Wehrs war sehr lange bekannt und sogar ausgeschrieben", erklärte Topf. Heusinger habe die Mühle seit 2000 in Besitz. Bisher sei er aber nur selten in Drohndorf gewesen, um in der Mühle zu arbeiten. Topf glaubt, wie viele Drohndorfer, nicht daran, dass die Mühle in Gang kommt.

Die Drohndorfer Mühle ist 1728 in Betrieb genommen worden, angetrieben wurde sie durch drei große Wasserräder. Erster Besitzer soll Fürst Leopold gewesen sein. Die Mühle ist später mehrfach verkauft und verpachtet worden. 1932 wurde sie zwangsversteigert und vom Bankhaus Gumpel aus Bernburg erworben. Vier Jahre später verkaufte das Bankhaus die Mühle wieder. 1961 gehörte sie einer Kommanditgesellschaft und 1990 der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG). Nutzer war die Deutsche Saatzucht AG Quedlinburg.