Neo Magazin Royale

Neo Magazin Royale: Jan Böhmermann kommt in Dresden mit Gästen ins Gespräch

Dresden - Comedian und Moderator Jan Böhmermann hat seinen Abstecher nach Dresden genutzt, um lange mit seinen Gästen ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss an die Aufzeichnung des „Neo Magazin Royale“ in der Dresdner Staatsoperette lud Böhmermann am Mittwoch sein Publikum zu einem „Werkstattgespräch“ ein. Bis zum späten Abend wurde gemeinsam ...

Jan Böhmermann ist mit seinem Neo Magazin Royale für eine Sendung nach Dresden umgezogen.
Jan Böhmermann ist mit seinem Neo Magazin Royale für eine Sendung nach Dresden umgezogen. dpa

Comedian und Moderator Jan Böhmermann hat seinen Abstecher nach Dresden genutzt, um lange mit seinen Gästen ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss an die Aufzeichnung des „Neo Magazin Royale“ in der Dresdner Staatsoperette lud Böhmermann am Mittwoch sein Publikum zu einem „Werkstattgespräch“ ein. Bis zum späten Abend wurde gemeinsam diskutiert.

Wie müsse man mit den vielen Skandalen rund um rechte Tendenzen in Sachsen umgehen, fragte der Moderator, der sich in seiner Sendung regelmäßig mit dem Freistaat auseinandersetzt. Solle man weiter draufhauen, oder sich zurücknehmen?

In Turnschuhen, Jeans und schwarzer Trainingsjacke sitzt er bei dem Gespräch zusammen mit seinem Sidekick Ralf Kabelka und Sendungsgast Moritz Neumeier am Rand der Bühne. Zwei gepolsterte Mikrofon-Würfel fliegen immer wieder durchs Publikum, das sich an der Diskussion rege beteiligt.

Er habe bisher nur die Außensicht aus Köln, erklärt Böhmermann. Dort zeichnet er seine Sendung normalerweise auf. Viele Probleme in Sachsen verstehe er nicht, sei es die Dresdner Gedenkkultur um den 13. Februar 1945 oder die Angst vor Ausländern - obwohl nur sehr wenige Migranten in dem Bundesland leben. Deswegen sei er erstmals mit seiner kompletten Sendung weg aus Köln und gezielt nach Dresden gegangen.

Seit Montag waren Jan Böhmermann und sein Autor Ralf Kabelka bereits in der Stadt. Beide hätten unerkannt die Pegida-Demonstration besucht und sich hinterher gefragt, ob man die letzten Demonstranten dort nicht einfach ignorieren solle. Mehrfach kreiste das Gespräch darum: Ignorieren, Engagieren, Reden? Was hilft?

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem der Austausch. Böhmermann, sichtlich am Schicksal der Menschen in Dresden interessiert, wollte Zuhören und Verstehen. Lediglich seine Aussage, dass Dresden mit gut sechs Stunden Fahrzeit „verdammt weit weg“ von Köln sei, sorgte bei vielen Gästen für Unverständnis.

Böhmermann hatte am Tag der Deutschen Einheit seine Sendung „Neo Magazin Royale“ in der Staatsoperette in Dresden aufgezeichnet. Nach diversen Startschwierigkeiten, unter anderem sorgte ein Feueralarm im Gebäude für Verzögerungen, verfolgten rund 600 Fans die Show. „Mit Sachsen über Sachsen lachen“ und „Versöhnung durch Verhöhnung“ hatte Böhmermann als Schlagwörter genannt.

Natürlich spielte Sachsen in der Sendung die Hauptrolle. Vom neuen Imagevideo für den Freistaat bis hin zum „Trendvulkan Chemnitz“ – das Publikum zeigte sich begeistert von den Ideen der Neo-Magazin-Redaktion. Zwar kam höchstens die Hälfte der Besucher direkt aus Dresden, aber auch der Rest der vornehmlich Ostdeutschen auf den Rängen konnte über die Gags von der Westsachsenversion von „Bella Ciao“ bis zu Böhmermanns ganz eigene Nationalhymne kräftig lachen. Für das Publikum im Saal gibt es nach dem Ende der Aufzeichnung noch ein paar Witze extra sowie zwei Songs aus dem Böhmermann-Repertoire. 

Die Sendung ist seit Donnerstag 20.15 Uhr online und in der ZDF Mediathek zu sehen. Im TV läuft die Dresdner Show am Donnerstag um 22.15 Uhr auf ZDF Neo und am Freitag ab Mitternacht im ZDF-Hauptprogramm. Das „Werkstattgespräch“ soll ab Dienstag in Teilen online zu sehen sein. Alle Themen und Meinungen werden dort aber nicht sichtbar sein. Böhmermann und die Dresdner diskutierten noch, als Kameras schon längst aus waren.  (mz/red)