Popmusik

Popmusik: Heinz Rudolf Kunze mit neuem Coveralbum „Meisterwerke: Verbeugungen“

Halle (Saale) - Der Songpoet Heinz Rudolf Kunze bietet „Meisterwerke: Verbeugungen“ an, ein programmatisches Coveralbum, das an diesem Freitag erscheint - Kunzes Geschenk zu seinem 60. Geburtstag am 30. November, wenn man so will.

Von Andreas Montag

Vor zehn Jahren wäre ihm das noch nicht passiert - aber mit dem Alter wird man eben auch heiterer und gelassener: Der Songpoet Heinz Rudolf Kunze bietet „Meisterwerke: Verbeugungen“ an, ein programmatisches Coveralbum, das an diesem Freitag erscheint - Kunzes Geschenk zu seinem 60. Geburtstag am 30. November, wenn man so will. Und die Platte steigt gleich mit einem Paukenschlag der sanften Art ein: „Ganz in Weiß“, den unvergessenen Heuler Roy Blacks aus dem Jahr 1966.

Doch siehe, indem Kunze dieses rührend-süßliche Liedchen gewissermaßen entschlackt vom fetten Pathos der Wirtschaftswunderzeit des Westens, gewinnt es plötzlich ganz neuen Charme.

Das ist überhaupt die Stärke des Albums: Tiefer gelegt statt überproduziert sowie eigenwillig und zurückhaltend interpretiert, führt es auf eine Zeitreise durch die deutsche Popgeschichte. „Blumen aus Eis“ (Karat) blühen da, „Junge komm bald wieder“ (Freddy) wird gefordert und „Ich steh auf Berlin“ (Ideal) erklärt.

Aber auch die Toten Hosen kommen zu Wort, Kunze hat sich „Alles aus Liebe“ zur Brust genommen - und auch den wirklich großartigen Puhdys-Song „Wenn ein Mensch lebt“ aus dem Defa-Film „Die Legende von Paul und Paula“.

Evergreens mit spezieller Note

Wer vermutet hatte, dem Songschreiber Kunze sei vielleicht nichts Eigenes mehr eingefallen, wird sich nach dem Hören des Albums belehrt sehen: So, wie die Evergreens hier gesungen werden, markieren sie durchaus eine eigene Position. Die kann man natürlich für sehr konservativ halten. Immerhin ist Kunze ja mal so etwas wie ein Rebell gewesen und sucht nun den Schulterschluss mit dem populären deutschen Liedgut.

Aber zu dem gehören zu wollen, hat der Mann ja selber schon vor Jahren entschieden, nun bekennt er sich zu dem, was man im Laufe von Jahrzehnten im Ohr hatte und nie so richtig aus dem Gedächtnis verlor. Da gehört der tragische Schlagerheld Roy Black unbedingt dazu. Und der große Udo Jürgens natürlich, der mit „Was ich Dir sagen will“ ebenfalls gewürdigt wird.

Schließlich singt Kunze noch das Gänsehautlied schlechthin: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ der wunderbaren Hildegard Knef. Das ist vielleicht die schönste der Verbeugungen, die Kunze macht. Und ein paar Rosen hat er sich dafür auch selbst verdient.

Ab 30. September ist Heinz Rudolf Kunze auf Tour, am *Montag 3. Oktober im Leipziger Haus Auensee, am 29. Oktober in der halleschen Händel-Halle. (mz)

* (das Konzert in Leipzig wurde von Samstag (1.10.) kurzfristig auf den 3. Oktober verlegt)