Unister meldet Insolvenz an

Unister Insolvenz: Leipziger Betreiber von fluege.de geht Geld aus

Leipzig - Die Leipziger Internetfirma Unister hat nach dem Flugzeugabsturz ihres Chefs Thomas Wagner Insolvenz beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Lucas Flöther bestellt. Flöther bestätigte das vorläufige Insolvenzverfahren der Unister-Holding.

18.07.2016, 15:45
Vor der Eingangstür zum Sitz von Unister in Leipzig wurde den bei einem Flugzeugabsturz getöteten Firmengründern gedacht.
Vor der Eingangstür zum Sitz von Unister in Leipzig wurde den bei einem Flugzeugabsturz getöteten Firmengründern gedacht. dpa-Zentralbild

Die Leipziger Internetfirma Unister hat nach dem tödlichen Flugzeugabsturz ihres Chefs Thomas Wagner Insolvenz beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Lucas Flöther bestellt.

Flöther bestätigte der Mitteldeutschen Zeitung das vorläufige Insolvenzverfahren der Unister-Holding. Zu Unister gehören insgesamt mehr als 40 Internetportale, zum Beispiel „fluege.de“.  In der Gruppe sind rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt.

Unister aus Leipzig: Betrieb läuft in allen Firmen weiter

Auswirkungen des Verfahrens auf die einzelnen Firmen der Leipziger Holding soll es nicht geben. „Das vorläufige Insolvenzverfahren sichert die Handlungsfähigkeit der Gruppe. Der operative Betrieb in allen Firmen läuft weiter“, sagte Flöther der MZ-Redaktion.

Auch Unister bestätigte die Insolvenz. Eine Begründung für den Insolvenzantrag wurde nicht genannt. Unister entwickelt und betreibt Internetportale beispielsweise mit Informations- oder Ratgeberseiten sowie Buchungsportale etwa für Reisen wie Ab-in-den Urlaub.de oder Flüge.de. „Die Portale werden von eigenständigen Unternehmen betrieben, die nicht von der Insolvenz betroffen sind“, hieß es in der Mitteilung.

„Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen“ sagte Flöther laut Mitteilung. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, wurden die Mitarbeiter von Unister bereits über die Insolvenz informiert. "Wir werden in den nächsten Tagen ad hoc auf viele Herausforderungen reagieren müssen und bitten dafür um Eure volle Unterstützung. Nur konzentriert und gemeinsam erreichen wir unser Ziel: die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes", zitiert die Zeitung aus der Mitteilung. "Wir bitten Euch alle, diese neue Situation besonnen und konzentriert anzugehen und das operative Geschäft optimal zu stärken." (mz/gau/dpa)