Peroxid-Anlage

Peroxid-Anlage: Solvay schließt sein Werk in Bitterfeld

BITTERFELD/MZ/BIG. - "Wir können die vergleichsweise kleine Anlage nicht mehr wirtschaftlich betreiben", begründete Werkleiter Paul Deschrijver die Entscheidung der Muttergesellschaft in Hannover, von der 54 Mitarbeiter betroffen sind. Ihnen soll über eine Transfergesellschaft und eine Stellenbörse Hilfe bei der Arbeitssuche gegeben ...

02.04.2009, 18:41

"Wir können die vergleichsweise kleine Anlage nicht mehr wirtschaftlich betreiben", begründete Werkleiter Paul Deschrijver die Entscheidung der Muttergesellschaft in Hannover, von der 54 Mitarbeiter betroffen sind. Ihnen soll über eine Transfergesellschaft und eine Stellenbörse Hilfe bei der Arbeitssuche gegeben werden.

Seit 2008 sinke in der europäischen Papier- und Zellstoffindustrie, dem wichtigsten Abnehmer der Bitterfelder Produktion, die Nachfrage nach Wasserstoffperoxid, so der Werkleiter. Während Solvay für das Werk in Bitterfeld keine Perspektive mehr sehe, sei man "sehr zuversichtlich für die Anlage in Bernburg". Dort profitiere man vor allem vom Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk mit verlässlichen Energiepreisen. Darüber hinaus werde in eine eigene Wasserstoff-Produktion zur Versorgung der Peroxid-Anlage investiert, die Bernburg weitgehend unabhängig von externen Lieferanten mache.

In der Solvay Interox Bitterfeld GmbH, die das Werk 2002 von der italienischen Ausimont übernommen hatte, wurden seit 1995 jährlich bis zu 50 000 Tonnen industrielles und reinstes Wasserstoffperoxid hergestellt. Die Lösung dient in chemischen Prozessen als Oxidationsmittel und in der Papier-und Zellstoffindustrie als Bleichmittel.