Virus von Ungeimpften eingeschleppt?

Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen: Mehrere Bewohner gestorben

Aktualisiert: 30.10.2021, 15:43
In einer Pflegeeinrichtung in Bad Doberan starben sechs Bewohner an Corona.
In einer Pflegeeinrichtung in Bad Doberan starben sechs Bewohner an Corona. Foto: Jens Büttner/dpa

Norderstedt/Bad Doberan/dpa - In Schwerin haben sich fast alle Patienten auf der Palliativstation der Helios-Kliniken angesteckt. Bei neun von zehn Patienten sei in den vergangenen Tagen eine Infektion nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Auch neun Mitarbeiter der Station seien positiv getestet, ebenso wie ein weiterer Patient, der bereits vergangene Woche von der Station wieder nach Hause zurückgekehrt war.

Mitarbeiter auf Stationen mit Corona-Patienten würden grundsätzlich zweimal wöchentlich getestet. Alle anderen Beschäftigten hätten zwar die Möglichkeit dazu, seien aber nicht verpflichtet, sagte der Sprecher. Das habe bis zu den Corona-Nachweisen auch für die Palliativstation gegolten. Man vermute, dass eine ungeimpfte Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt habe.

Auch in dem Senioren- und Pflegeheim in Norderstedt sind nach Angaben der Kreisverwaltung einige Mitarbeiter nicht geimpft. Von den insgesamt 76 Bewohnerinnen und Bewohnern seien derzeit 60 infiziert - die meisten aber ohne oder nur mit leichten Symptomen, sagte die Sprecherin der Behörde. Von den rund 70 Beschäftigten hätten sich mittlerweile 19 nachweislich angesteckt.

Pflegeeinrichtung in Bd Doberan: Drei Viertel der Bewohner haben Corona

In der Pflegeeinrichtung in Bad Doberan, wo in den vergangenen zwei Wochen sechs Bewohner starben, sind die Zahlen ebenfalls weiterhin hoch. Von den 83 Bewohnern sind 66 positiv auf das Virus getestet, von den etwa 60 Pflegekräften 35, wie die Geschäftsführerin des Seniorenzentrums, Jolanta Armbrecht, sagte. Bei den Bewohnern liege die Impfquote bei 94 und bei den Mitarbeitern bei etwa 70 Prozent.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine tägliche Testpflicht für Bewohner und Mitarbeiter solcher Einrichtungen. „Wir rutschen derzeit in eine Phase ab, die für die vulnerablen Gruppen hochgefährlich ist“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Man benötige nun einen politischen Diskurs über intelligente Lösungen ohne Lockdown und Isolation. Dazu gehöre das tägliche Testen - auch von Menschen, die geimpft oder genesen seien.

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