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Schweizer Huggel: «Eine sportliche Tragödie»

09.02.2006, 09:36

Nürnberg/dpa. - Eintracht Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel hat die harte Strafe für den Schweizer Fußball-Nationalspieler Benjamin Huggel kritisiert.

«Für ihn sind zwei Turniere weg, das finde ich nicht in Ordnung», sagte Funkel über die Sperre für den Frankfurter Mittelfeldakteur. Der Weltverband FIFA hatte den 28-Jährigen wegen der Ausschreitungen beim WM-Ausscheidungsspiel Türkei gegen Schweiz am 16. November 2005 für sechs Pflichtspiele gesperrt. Im Normalfall dürfte Huggel damit sowohl die WM in Deutschland als auch die EM 2008 in der Schweiz und Österreich verpassen. «Das ist eine sportliche Tragödie», sagte der gefasst wirkende Huggel nach dem 1:0-Sieg der Eintracht in Nürnberg.

Bei der WM-Endrunde würde Huggel nur dann zum Einsatz kommen können, wenn die Schweiz das Endspiel erreicht. Wahrscheinlicher ist aber, dass er sogar bei der Europameisterschaft 2008 noch gesperrt sein wird, da die Schweiz als Co-Gastgeber der EM-Endrunde keine Qualifikationsspiele bestreiten muss. «Das trifft mich unglaublich hart und ist nur schwer zu akzeptieren», sagte Huggel und versuchte, seinen Ausraster nach dem Türkei-Spiel zu beschönigen: «Das ist etwas, was im zivilen Leben nicht einmal hätte bestraft werden können und was man unter normalen Umständen wohl als Zivilcourage bezeichnet hätte.» Vor laufenden Kameras hatte Huggel nach dem Spiel im November einem türkischen Betreuer von hinten in die Beine getreten.

Huggel kritisierte, dass die Argumente seines Anwalts bei der FIFA-Verhandlung nicht entsprechend gewürdigt worden seien. «Jeder, der dabei war in der Türkei, der hat gesehen, was das für Umstände waren. Das hatte nichts mit Fußball zu tun», erläuterte Huggel. Der Schweizer ließ offen, ob er Schritte gegen die Strafe einleiten will. Erst wolle er die Urteilsbegründung abwarten. Funkel versuchte, seinen Schützling zu verteidigen. «Er ist provoziert worden und hat nur reagiert», sagte der Coach, der nicht die Tat entschuldigte, aber eine niedrigere Strafe für angemessen hält.