Herbert Fandel

Herbert Fandel: Die Ulm-Arie gibt es kein zweites Mal

Bitburg/MZ. - "Ich habe über dieses Spiel lange nachgedacht, ein paar Nächte nicht geschlafen. Aber auch mehrmaliges Ansehen der Fernsehbilder und Rücksprache mit Kollegen änderten an der Tatsache nichts, das alle Platzverweise berechtigt waren", sagt Fandel auch noch dreieinhalb Jahre nach dem spektakulären Spiel. Trotzdem, auch das gibt Fandel zu: "Eine solche RotArie würde es vermutlich kein zweites Mal von mir geben. Mittlerweile habe ich gelernt, wie wichtig es ist, beruhigend auf die Spieler einzuwirken und rechtzeitig das Gift aus dem Spiel zu ...

Von Gottfried Schalow 17.01.2003, 20:08

"Ich habe über dieses Spiel lange nachgedacht, ein paar Nächte nicht geschlafen. Aber auch mehrmaliges Ansehen der Fernsehbilder und Rücksprache mit Kollegen änderten an der Tatsache nichts, das alle Platzverweise berechtigt waren", sagt Fandel auch noch dreieinhalb Jahre nach dem spektakulären Spiel. Trotzdem, auch das gibt Fandel zu: "Eine solche RotArie würde es vermutlich kein zweites Mal von mir geben. Mittlerweile habe ich gelernt, wie wichtig es ist, beruhigend auf die Spieler einzuwirken und rechtzeitig das Gift aus dem Spiel zu nehmen."

Rostock gegen Ulm, das brachte Fandel in die Schlagzeilen, seiner Schiedsrichter-Karriere schadete es trotzdem nicht. Ein gutes halbes Jahr später war er als einer von nur drei europäischen Schiedsrichtern bei Olympia in Sydney und pfiff das Viertelfinale Kamerun gegen Brasilien. In seiner Heimatstadt Kyllburg in der Eifel sowieso und erst recht in der Musikschule Bitburg-Prüm, deren Leiter er ist, ist Fandel bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hand. Und das verdankt er der Schiedsrichterei, "als Pianist wäre das wohl kaum passiert".

Die ungewöhnliche Kombination Musik und Fußball hat familiäre Ursachen. "Mein Vater war Präsident des Fußballvereins DJK Utscheid, sang im Kirchenchor und begeisterte seine vier Jungs für beide Schienen", sagt Herbert Fandel. Mit sieben Jahren hat Klein-Herbert mit Klavierspielen angefangen, mit neun schon einen Preis gewonnen. Als mit 14 Jahren die Schiedsrichterei dazukam, ging der Pianist zwangsläufig ins zweite Glied. Fandel: "Wenn ich freilich die Altersgrenze mit 45 Jahren als Schiedsrichter erreicht habe, wird man mich auch wieder öfter auf der Musikbühne erleben. Bis dahin halte ich mich mit Konzerten im Freundes- und Familienkreis fit."

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