Trotz Pokal-Aus in Braunschweig Trotz Pokal-Aus in Braunschweig: MBC zeigt sich deutlich verbessert

Weißenfels - Die Gefühlswelt des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) bewegte sich am Sonntagabend zwischen Hoffnung und Frust. Frust, weil der Bundesligist aus Weißenfels soeben das Pokal-Achtelfinale beim Ligarivalen Braunschweig vor 2.267 Zuschauern mit 75:83 verloren hatte. Aber auch Hoffnung, weil sich das Team im Vergleich zur desaströsen Vorstellung gegen Göttingen unter der Woche stark verbessert präsentierte.
Hohe Halbzeitführung für den MBC
Die Profis des MBC zeigten von Beginn an, dass sie sich die deutliche Kritik der Fans und Vereinsverantwortlichen nach der desaströsen 63:105-Pleite gegen Göttingen zu Herzen genommen hatten. Nur eine Woche nach seiner schweren Prellung der Halswirbelsäule im ersten Saisonspiel gegen Gießen stand Center James Farr schon wieder für Weißenfels auf dem Parkett.
Der US-Amerikaner und seine Mitspieler kämpften, sie ließen keine einfachen Körbe zu, fanden offensiv schnell ihren Rhythmus. Die Folge war ein 8:0-Start. Nach dem Ende des ersten Viertels führte der MBC mit vier Punkten (17:13). Bis zur Halbzeitpause hatte das Team von Cheftrainer Aleksandar Scepanovic seinen Vorsprung auf 42:27 ausgebaut. Braunschweig gelang nichts. Weißenfels dagegen präsentierte sich sehr solide. Die große Stärke des MBC: Sieben von elf Versuchen aus der Distanz fanden den Weg ins Ziel – ein sehr starker Wert.
MBC-Manager Geissler: So wie wir heute kämpfen, so muss der MBC immer auftreten“
Und so konnte Manager Martin Geissler bereits zur Halbzeit bei Telekomsport festhalten: „Die Analyse unserer Pleite gegen Göttingen und die Gespräche mit den Spielern in den vergangenen Tagen haben gewirkt. So wie wir heute kämpfen, so muss der MBC immer auftreten.“
Für den MBC steht am kommenden Sonnabend die nächste Bundesliga-Begegnung auf dem Spielplan. Ab 18 Uhr treten die Wölfe am dritten Spieltag auswärts in Jena an. Trainiert werden die Gastgeber vom früheren MBC-Coach Björn Harmsen. Sein bisher einziges Ligaspiel dieser Saison verlor Science City Jena deutlich: Bei Alba Berlin setzte es eine 55:112-Klatsche.
Nach dem Auswärtsspiel in Thüringen trifft Weißenfels am 20. Oktober daheim auf den Aufsteiger Rasta Vechta – eine enorm wichtige Begegnung im Kampf um den Klassenerhalt. Eine Woche später wird der MBC dann bestenfalls Außenseiterchancen haben: Die Wölfe treten auswärts beim Titelaspiranten Bamberg an.
Zu Beginn des dritten Viertels ließ Weißenfels die Hausherren allerdings wieder ins Spiel kommen. Punkt für Punkt verkürzte Braunschweig den Rückstand. Das Team von Chefcoach Frank Menz, früher auch als Trainer in Weißenfels aktiv, präsentierte sich nun treffsicherer. Die Gäste verteidigten nicht mehr so aggressiv. Vor dem letzten Spielabschnitt lag der MBC nur noch mit acht Punkten in Front (52:60).
Was über die gesamte Spielzeit dennoch positiv auffiel: Der MBC präsentierte sich wieder als Team. Die Spieler kämpften auf dem Parkett füreinander. Bei jedem Korberfolg jubelten auch die Reservespieler auf der Bank. Gegen Göttingen hatten die Weißenfelser den Eindruck vermittelt, sich irgendwann ernüchtert aufgegeben zu haben – das war gegen Braunschweig nie der Fall.
Dreieinhalb Minuten waren im vierten Viertel gespielt, als sich die Gastgeber beim 63:62 erstmals die Führung erspielten. Diese wechselte im Anschluss immer wieder. Trotz deutlichem Halbzeitergebnis wurde es noch einmal spannend.
Trevor Releford mit 20 Punkten bester MBC-Werfer
Eine Minute vor Schluss lag der MBC mit vier Zählern zurück (72:76). Ein verwandelter Dreipunktewurf von Trevor Releford verkürzte den Rückstand auf einen Zähler. Doch Braunschweig antwortete ebenfalls mit einem Treffer aus der Distanz – und entschied damit die Partie. Bester MBC-Werfer war Releford mit 20 Punkten, gefolgt von Adika Peter-McNeilly mit 16.
„Ein Basketballspiel dauert 40 Minuten und nicht nur 20“, sagte MBC-Center Benedikt Turudic nach der dritten Pleite im dritten Pflichtspiel der Saison. Doch er suchte das Positive: „Wenigstens ist es besser, dass es keine Ligapartie war. Es ist viel wichtiger, dass wir in der Liga unsere Punkte holen, um den Klassenerhalt zu sichern.“ Am besten schon am kommenden Sonnabend gegen den Abstiegskonkurrenten Jena. Turudic gab sich kämpferisch: „Jetzt gilt es, aus unseren Fehlern zu lernen und das Derby zu gewinnen.“ Der Auftritt in Braunschweig lässt trotz erneuter Niederlage zumindest hoffen.
(mz)