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Motorsport Schumacher wünscht sich „Reset“ für Formel 1 in Deutschland

Ralf Schumacher fällt ein vernichtendes Urteil über den Formel-1-Standort Deutschland. Es sei „viel falsch gelaufen“, attestiert der frühere Rennfahrer. Was also soll passieren?

Von dpa 03.03.2026, 02:38
Ralf Schumacher: Motorsportnahe Konzerne sollen Sportstätten fördern. (Archivbild)
Ralf Schumacher: Motorsportnahe Konzerne sollen Sportstätten fördern. (Archivbild) Beata Zawrzel/ZUMA Press Wire/dpa

Melbourne - Der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher wünscht sich von Politik und Wirtschaft mehr Unterstützung für den deutschen Motorsport. „Politik, Verbände, Industrie, Sponsoren und die Medien müssten alle mal ein Reset vornehmen, da ist in den letzten Jahren leider aus wirtschaftlichen und teils ideologischen Gründen oder auch Kompetenzthemen viel falsch gelaufen“, sagte der sechsmalige Grand-Prix-Gewinner der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonstart am Sonntag (5.00 Uhr MEZ/Sky) in Melbourne.

Um insbesondere den Formel-1-Standort Deutschland künftig wieder aufzuwerten, „müssten sich speziell die automobil- oder motorsportnahen Konzerne zusammentun und Sportstätten fördern, damit wir wieder Kartbahnen haben und so auch wieder international interessanter werden“, erklärte Schumacher weiter.

Kein deutscher Grand Prix, nur ein deutscher Fahrer

Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher hatte zuletzt in einer Sky-Presserunde ein vernichtendes Urteil über den Formel-1-Standort Deutschland gefällt. Einen Grand Prix in Deutschland gab es letztmals 2020 auf dem Nürburgring. In Nico Hülkenberg (Audi) ist nur ein deutscher Stammfahrer übriggeblieben. Neben Audi, das als Werksteam seine Premiere feiert, ist noch Mercedes als deutscher Hersteller dabei.

Die Situation sei „derzeit nicht zufriedenstellend“, räumte ADAC-Sportpräsident Gerd Ennser ein. Man sehe aber in der Gesellschaft „gerade bei den Jüngeren eine Affinität für den Motorsport, und ich bin mir sicher, dass man es schaffen kann, daraus einen Boom zu entfachen“.

ADAC-Sportpräsident: „Industrie und Politik an einen Tisch“

Wenn Deutschland wieder ein Formel-1-Rennen ausrichten wolle, brauche „es politisches Bewusstsein für die enorme nationale wie internationale Strahlkraft großer Sportevents – und den entsprechenden Rückhalt. Im Rahmen der Bewerbung um die Olympischen Spiele scheint es ein Einsehen über die positiven Effekte solcher Events für Gesellschaft und Wirtschaft zu geben“, meinte Ennser, der jahrelange Erfahrung als Formel-1-Rennkommissar hat.

Das Anliegen des ADAC sei es, „Industrie und Politik an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam die Rückkehr der Königsklasse zu ermöglichen. Entscheidend für einen Boom sind auch deutsche Fahrer, die Fans begeistern und Identifikation schaffen.“