Weil Frauen zu wenig Rechte haben

Schach: Schachweltmeisterin Anna Muzychuck spielt nicht in Saudi-Arabien

Derzeit findet in Saudi-Arabien ein internationales Schachtunier statt.

28.12.2017, 09:26
Anna Muzychuck wird nicht zum Turnier nach Saudi-Arabien reisen.
Anna Muzychuck wird nicht zum Turnier nach Saudi-Arabien reisen. imago sportfotodienst

Derzeit findet in Saudi-Arabien ein internationales Schachtunier statt.

Die zweimalige Weltmeisterin im Schnell- und Blitzschach, Anna Muzychuck, aber wird nicht in die Hauptstadt Riad reisen. Auf Facebook sagte sie, sie sei nicht damit einverstanden, wie sich Frauen in Saudi-Arabien verhalten müssen.

„In wenigen Tagen werde ich zwei Titel verlieren. Einfach aus dem Grund, dass ich beschlossen habe, nicht nach Saudi Arabien zu reisen. Weil ich mich nicht anpassen möchte, keine Abaya tragen möchte, nicht nur in Begleitung rausgehen möchte und mich insgesamt nicht wie eine zweitrangige Kreatur fühlen möchte“, so die 27-Jährige.

Sie ist jedoch die einzige, die protestiert. „All dies nervt, aber das Traurigste ist, dass es niemanden interessiert“, schrieb sie auf Facebook.

Im Teheran musste sie ein Kopftuch tragen

Im März 2017 musste sie bei einem Turnier im Teheran ebenfalls ein Kopftuch tragen. Das hätte ihr gereicht, schrieb sie auf Facebook und deshalb boykottiere sie nun das Turnier in Saudi-Arabien.

Laut BBC müssen die Teilnehmerinnen in Riad während des Turniers wohl keinen Hijab oder eine Abaya tragen. Beides ist in Saudi-Arabien Pflicht für die Frauen.

Sieben Israelis müssen zu Hause bleiben

Trotz den Ausnahmeregelungen für die Teilnehmerinnen sind die Rechte für Frauen in Saudi-Arabien stark begrenzt. Seit Juni dürfen sie wenigstens Auto fahren.

Außerdem bleiben sieben israelische Spieler und Spielerinnen dem Turnier fern, da sie keine Visa erhielten. Bei Qatar und dem Iran gab es ebenfalls Probleme mit den Visa, diese trafen aber noch rechtzeitig ein. (tsc)