Spekulationen

RB Leipzig wartet weiter auf die erste Neuverpflichtung für die Bundesliga

Leipzig - RB Leipzig muss sich bei den Verhandlungen trotz vieler Gerüchte weiter gedulden. Warum der Bundesliga-Aufsteiger noch keinen Neuzugang präsentiert hat.

Von Ullrich Kroemer 30.05.2016, 16:58

Bis spätestens zum Trainingsauftakt am 11. Juli soll der Bundesliga-Kader bei RB Leipzig stehen. Bis dahin sind zwar noch knapp sechs Wochen Zeit. Doch ein Drittel der Transferphase ist bereits verstrichen - ohne, dass RB Erfolg vermelden konnte.

In den drei Wochen seit dem Aufstieg hat der Bundesliga-Neuling weder einen Ergänzungsspieler abgeben, noch eine Neuverpflichtung präsentieren können. Das hat von Fall zu Fall ganz unterschiedliche Gründe. Generell gilt: Aufgrund der langen Sommerpause warten viele Klubs und Berater noch mit teuren Käufen und Verkäufen ab.

Interesse an Embolo und Werner

Von den bisher gehandelten Kandidaten würde das Schweizer Talent Breel Donald Embolo wohl das meiste Geld kosten. Mit einem Preis um die 20 Millionen wäre der 19-jährige Spielgestalter der mit Abstand teuerste Neuzugang der „Roten Bullen“ (bisher acht Millionen für Davie Selke). Dass das Juwel vom FC Basel den Verein verlassen wird, gilt als sicher.

Laut diversen Medienberichten sollen der begehrte Offensivspieler und sein Berater Mario Weber, der auch Ex-Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri vertritt, einen Wechsel nach Leipzig favorisieren. Doch noch dauern die Verhandlungen über die Ablöse an.

Zähe Verhandlungen

Auch die Verhandlungen um das Stuttgarter Talent Timo Werner gestalten sich zäh. Ein Grund ist offenbar, dass der VfB Stuttgart derzeit nicht handlungsfähig ist. „Im Moment gibt es ja nichts zu verhandeln, der Sportdirektor fehlt ja noch, mit dem man das besprechen könnte“, sagte Werners Berater Karlheinz Förster im SWR-Sportclub.

Förster ließ an einem Abgang Werners keinen Zweifel und warb um die Toleranz der Fans für den 20-Jährigen: „Der Timo ist durch und durch VfB’ler. Er hat vor zwei Jahren aus Überzeugung gesagt, er kann sich gar nicht vorstellen, woanders zu spielen. Wenn man dann aber sieht, was in den zwei Jahren passiert ist, dann muss man Verständnis haben, dass er wechseln möchte.“

Keine Tendenzen bei Werner

Angesprochen auf das Interesse aus Leipzig meinte er: „Es gibt im Moment noch keine Tendenzen.“ Neben Werner soll RB auch ein Auge auf die VfB-Spieler Filip Kostic (23) und Timo Baumgartl (20) geworfen haben.

Und auch die dritte im Zusammenhang mit RBL gehandelte Toppersonalie ist fraglich: der Transfer von Naby Keita (21) von Leipzigs Red-Bull-Schwester Salzburg – gerade zum besten Spieler der abgelaufenen Saison in Österreich gewählt. An dem Mittelfeldspieler aus Guinea hatte RB-Sportdirektor Rangnick bereits im Herbst Interesse angemeldet.

Nach MZ-Informationen aus Österreich soll Keita aber kein gesteigertes Interesse an Leipzig und der Bundesliga haben, seine Zukunft kurz- oder mittelfristig eher in England oder Frankreich sehen. Salzburgs Geschäftsführer Jochen Sauer plant für die Spielzeit 2016/17 offenbar mit dem Juwel aus Guinea. Am Rande der Salzburger Meisterfeier hatte der Schwabe bei Sky gesagt: „Wir gehen mit Naby Keita in die neue Saison.“

Bedient sich RB wieder in Wien?

Zu generellen Verschiebungen zwischen den Red-Bull-Filialen Salzburg und Leipzig sagte Sauer: „Die meisten Spieler haben sich bewusst für langfristige Verträge bei uns entschieden. Ich gehe davon aus, dass wir diesen Sommer nicht so eine Situation vorfinden werden, wie sie im letzten Sommer war.“ Vielleicht wird sich RB ja stattdessen wie 2014 bei der Verpflichtung von Terrence Boyd mit dem SK Rapid Wien einig.

Flügelflitzer Florian Kainz (23) ist mit 19 Assists in 33 Spielen einer der besten Vorlagengeber Europas. In dem Jamaikaner Leon Bailey (18) vom belgischen Klub KRC Genk soll ein weiterer Linksaußen auf der Wunschliste von RB stehen. Auf der Torhüterposition soll Marius Müller (22) vom 1. FC Kaiserslautern weiter der aussichtsreichste Kandidat sein.

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