Nach Elfer-Pfiff

RB Leipzig vs. Schalke: Wer lügt? Timo Werner oder Schiri Bastian Dankert?

Leipzig - Es gab nur ein Thema nach dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 (2:1). Es war der Elfmeter bzw. Timo Werners Schwalbe in den ersten Sekunden der Partie.

Von Martin Henkel 04.12.2016, 11:22
Schalkes Torwart Ralf Fährmann (grün) regt sich über den unberechtigten Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert auf.
Schalkes Torwart Ralf Fährmann (grün) regt sich über den unberechtigten Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert auf. dpa-Zentralbild

Es gab nur ein Thema nach dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04. Und es war nicht das 2:1 des Aufsteigers, mit dem die Sachsen zum zweiten Mal die Tabellenführung vor dem FC Bayern München verteidigt haben. Sondern es war der Elfmeter in den ersten Sekunden der Partie, der das 1:0 brachte.

Ein Foulstrafstoß, verwandelt von Timo Werner, verursacht an Timo Werner. Angeblich von Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann - oder von Schalkes Abwehrmann Naldo. Es war nicht auszumachen, wer, was, wie und überhaupt. Erst die Fernsehbilder gaben Aufschluss. Schiedsrichter Bastian Dankert hatte Foul von Fährmann an Werners Füßen gepfiffen. Aber der hatte die Schuhe des RB-Stürmers tatsächlich nicht berührt: Fehlentscheidung. Klare Schwalbe von Timo Werner.

Schalke glich den frühen Rückschlag durch Sead Kolasinac aus (32.), ehe der Bosnier mit einem Eigentor die Partie entschied (47.). Der Elfmeter war also nicht unbedeutend, aber auch nicht ausschlaggebend für das Endergebnis. Trotzdem drehte sich alles um die causa delicti.

Vor allem, weil jeder wissen wollte, ob Werner seinen berührungslosen Sturz dem Schiedsrichter angezeigt hatte – oder nicht. Werner selbst sagte: „Naldo greift mir an die Schulter, dann gehe ich zu Boden. Aber es war nicht die Berührung von Fährmann. Er hat mich nicht berührt. Das habe ich ihm auch gesagt.“

Kein Gespräch zwischen Werner und Schiedsrichter Dankert

Direkt, auf Nachfrage? „Na ja, ich habe es Ralf Fährmann gesagt. Aber ein direktes Gespräch mit dem Schiedsrichter gab es nicht. Er kam kurz her. In dem Moment habe ich es gesagt. Aber er hat es in der Hektik, es war auch sehr laut, wohl nicht gehört.“

In der Essenz sollte das heißen: Ich habe zwar zugegeben, dass es kein Elfmeter war. Aber nicht dem entscheidenden Mann gegenüber. Nicht mit Nachdruck jedenfalls. Eine knifflige Entscheidung für einen Spieler – das war es schon immer. Werner gestand nach dem Spiel, dass ihm die Situation leidtue. Und dass er sich nicht ganz wohl dabei fühle.

Zu spät allerdings – wie immer in solchen Situationen. Vor allem der Schiedsrichter fühlte sich plötzlich als Hauptschuldiger. Was er nicht auf sich sitzen lassen wollte. Als Dankert Kenntnis davon bekam, dass Werner bereits seine Version der Dinge kundgab, stürmte er aus der Kabine und ließ sich vor die Mikrophone bringen. Ja, sagte er, er habe Werner  gefragt: „Was war denn nun?“ Und der habe ihm keine Antwort gegeben. Also habe er den Elfer ausführen lassen.“

Benedikt Höwedes, Kapitän der Schalker, war natürlich wenig erfreut, dass das Spiel so begonnen und dann auch noch mit der ersten Niederlage der „Knappen“ im 13. Spiel zu Ende ging. „Wenn man in Summe sieht, wie die Tore entstanden sind, vor allem das erste, dann ist der Sieg für RB ungerecht. Ein Unentschieden wäre aus dieser Perspektive gerecht gewesen."

RB war die bessere Mannschaft

Aber es gab ja auch noch einen zweiten Blick auf dieses Spiel. Und letztendlich war spätestens ab dem 1:1 die Partie wieder auf Anfang gestellt – und wurde von Schalke trotzdem verloren. „RB war  die bessere Mannschaft in der zweiten Halbzeit.“ Und nicht nur Werner oder der Schiedsrichter hätten Fehler gemacht, „sondern auch wir. Deshalb", so Höwedes, "haben wir das Spiel letztendlich verloren. Man muss festhalten, dass RB das super gespielt.“

Schalkes Manager Christian Heidel wollte dem nicht widersprechen. „Der Elfmeter war keiner. Darüber gibt es keine zwei Meinungen.“ Aber deswegen allein habe man das Spiel nicht verloren. „RB hat gerade in Halbzeit zwei sehr stark gespielt.“