Ende der Saisonvorbereitung

RB Leipzig: Trainer Ralph Hasenhüttl erklärt sein A-Aufgebot

Leipzig - Am liebsten hätte Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzigs Test gegen Stoke City (1:2) nicht elf, sondern 16 oder 17 Spieler in der Startformation aufgeboten.

Von Ullrich Kroemer 06.08.2017, 12:23
Nach dem Spiel gegen Stoke City gab es die Teampräsentation in der Red Bull Arena.
Nach dem Spiel gegen Stoke City gab es die Teampräsentation in der Red Bull Arena. dpa-Zentralbild

Am liebsten hätte Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzigs Test gegen Stoke City (1:2) nicht elf, sondern 16 oder 17 Spieler in der Startformation aufgeboten.

„Wir werden in dieser Saison nicht von einer ersten Elf sprechen, sondern von einer ersten Sechzehn oder Siebzehn”, erklärte RB Leipzigs Trainer nach der Test-Niederlage.

Doch da die Regeln nun einmal vorsehen, dass nur elf Spieler eines Teams gleichzeitig auf dem Feld stehen dürfen, besaß die Leipziger Startformation dann doch eine gewisse Aussagekraft über die Leistungs-Hierarchie im Team.

RB Leipzig: Konrad Laimer als Gewinner der Saisonvorbereitung

Einzige Überraschung und einziger Neuzugang im ersten Aufgebot war der österreichische Sechser Konrad Laimer. Weil Diego Demme fast 14 Tage nach dem Trainingsfoul von Naby Keita noch immer an der Knieprellung laboriert, erhielt nicht etwa Routinier Stefan Ilsanker, sondern sein erst 20-jähriger Landsmann das Vertrauen.

Zwar glückte auch Laimer beim 1:2 nicht jede Aktion, doch der gebürtige Salzburger durfte als einziger neben Marcel Sabitzer durchspielen und gehörte zu den Leistungsträgern bei RB.

„Konny war sehr umtriebig heute, ist sehr viele Wege gegangen. Er hat versucht, gegen den Ball seine großen Stärken auszuspielen”, lobte Hasenhüttl. Auch mit Ball im Spielaufbau war der RB-Chefcoach mit Laimers Leistung zufrieden. „Er war sicherlich heute ein Gewinner.” So direkt hebt Hasenhüttl sonst selten einen Spieler aus dem Team heraus.

RB Leipzig: Marcel Halstenberg hat hinten links gute Karten

Verhaltenes Lob bekam auch Marcel Halstenberg, der für den angeschlagenen Bernardo auf der Linksverteidiger-Position gestartet war. „Er hat seine Sache defensiv gut gemacht. Nach vorn war er heute nicht so effektiv wie gegen Benfica”, urteilte Hasenhüttl. „Aber er ist auf einem guten Weg. Ich freue mich, dass er sich in der Vorbereitung wieder gut gefangen hat.”

Darüberhinaus war an Hasenhüttls Einwechseltaktik abzulesen, wer am dichtesten an der ersten Elf dran ist: Bruma und Stürmer Jean-Kévin Augustin. Beide Zugänge brachte der Fußballlehrer bereits zur zweiten Halbzeit für die etablierten, aber gegen Stoke nicht so effektiven Emil Forsberg und Yussuf Poulsen.

RB Leipzig: So plant Hasenhüttl mit Bruma und Augustin

„Bruma hatte nach vorn gute Szenen, vielleicht muss er das Tor machen, eine Chance war groß”, bewertete der Österreicher. „Er hat gezeigt, dass er ein gutes Tempo im Eins gegen Eins hat.” Doch der Portugiese mit Wurzeln in Guinea-Bissau habe noch „gewisse Defizite”, vor allem in der Rückwärtsbewegung gegen den Ball.

Hasenhüttl sagte: „Das weiß er, das wissen wir, und daran müssen wir arbeiten.” Über Stürmer „Ji-ka”, wie sie Augustin nennen, sagte der Fußballlehrer: „Er musste vorn ein bissl was einstecken, aber das kann er auch.”

RB Leipzig: Willi Orban wird wohl der neue Kapitän

Generell war zu sehen, dass Feinabstimmung, Präzision, Kreativität, Zug zum Tor und Effektivität beim Abschluss noch ausbaufähig sind. „Es war ein aufschlussreicher Test gegen einen guten Gegner, ich habe gesehen, was ich sehen wollte und woran wir schrauben müssen”, bilanzierte Hasenhüttl.

Willi Orban, der wohl neuer Kapitän wird – Hasenhüttl hat jedoch noch nicht endgültig entschieden –, sagte zuversichtlich: „Es stimmt schon vieles, wir sind bereits eingespielt, haben viele Automatismen gezeigt. Klar brauchst du dann auch die ersten Wettkampfspiele, in denen es um was geht. Grundsätzlich bin ich sehr optimistisch.”

Statistik: RB Leipzig – Stoke City FC 1:2 (1:1)
RB Leipzig: Gulacsi (46. Mvogo) – Klostermann (79. Ludewig), Orban (C, 61. Ilsanker), Upamecano (61. Compper), Halstenberg (61. Schmitz) – Laimer, Keita (61. Kaiser) – Sabitzer, Forsberg (46. Bruma) – Werner (61. Burke), Poulsen (46. Augustin).
Stoke City FC: Butland – Zouma, Shawcross, Cameron – Diouf (81. Johnson), Fletcher, Allen, Pieters – Bojan Krkic (64. Ramadan), Berahino (73. Crouch) – Shaqiri (81. Adam).
Tor(e): 1:0 Forsberg (5., Foulelfmeter), 1:1 Diouf (44., Shaqiri), 1:2 Compper (78. Eigentor, Shaqiri);
Torchancen: 7:6; Schiedsrichter: Schwermer (Hannover); Gelbe Karten: Laimer (65.) / Allen (40.); Zuschauer: 21.028 in der Red-Bull-Arena Leipzig.

(mz)