Training

RB Leipzig: Ralph Hasenhüttl vor dem Spiel RBL gegen Schalke

Leipzig - Job ist Job. Auch wenn es minus zwei Grad kalt ist, und Ralph Hasenhüttl sehnsüchtig zur Kabinentür schaut.

Von Martin Henkel

Job ist Job. Auch wenn es minus zwei Grad kalt ist, und Ralph Hasenhüttl sehnsüchtig zur Kabinentür schaut.

Anderthalb Stunden stand der Trainer von RB Leipzig gerade auf dem Trainingsgelände am Cottaweg. Aber noch ist nicht Schluss. Erster Trainingstag bedeutet traditionell, erste Aussagen zur Woche und zum kommenden Gegner zu treffen.

Hasenhüttl knetet seine Wangen, zieht sie hoch, runter. „Sind eingefroren“, sagt er. Und wenn das so bliebe, „dann versteht man mich noch schlechter, als ohnehin schon.“

RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl kokettiert im Aktuellen Sportstudios und bei anderen Interviews

Der Österreicher hat auch seine koketten Seiten. Natürlich versteht man den Grazer allerbest. Hat er zuletzt in zahlreichen Interviews bewiesen. Jüngst im Aktuellen Sportstudio.

Es war der Tag nach der ersten Bestätigung des Aufsteigers, dass er nicht ganz zufällig Tabellenführer ist. Bayern Münchens am selben Abend wiedergewählter Präsident Uli Hoeneß hatte RB daraufhin zum „neuen Feind“ ausgerufen. Anderntags tauschte er die Vokabel gegen „Rivale“.

„Es ist ein großes Kompliment für uns, dass wir so wahrgenommen werden“, sagt Hasenhüttl mit gelockerter Wangenmuskulatur auf sehr verständliche Weise. „Wenn das Vokabular passt und man es immer auf die sportliche Ebene herunter bricht, dann können wir damit gut leben.“

Man könnte meinen, die zweite Woche an der Ligaspitze würde vielleicht schwer auf den Neulingen lasten. Auch auf ihrem Trainer. Doch das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Gewicht die neun Siege und drei Unentschieden in der Öffentlichkeit bekommen, desto leichter präsentiert sich Hasenhüttl.

Der 49-Jährige tänzelt regelrecht durch die Themen, die diese Woche vor der Partie gegen den FC Schalke 04 am Samstag (18.30 Uhr) mit sich bringt: Personalplanung, Gegneranalyse, Strategieentwurf.

Marvin Compper: Das sagt RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl zur Verletzung

Die Verletzung von Marvin Compper, die ihn gegen Freiburg vergangenen Freitag (4:1) zur Pause zwang? „Marvin kann praktisch noch gar nichts machen, deshalb wird es für Samstag eng. Aber die Schwellung kann auch ganz schnell aus dem Knöchel verschwinden.“

Bernardo, langzeitverletzt am Meniskus: „Ihn würde ich diese Woche schon gern auf dem Rasen sehen.“ Und Emil Forsberg sowie Timo Werner, die nur ein paar Runden liefen und dann im Akademietrakt verschwanden: „Beide sind noch vom letzten Spiel leicht muskulär angeschlagen. Aber es ist nichts Ernstes.“

Hasenhüttl kann also zumindest auf sämtliche Spieler zurückgreifen, die ihm in Freiburg zur Verfügung standen. „Die Jungs lechzen danach, sich zu bewegen“, sagt Hasenhüttl. „Das ist gut so, denn wir haben ein schweres Spiel vor uns. Schalke hat nach uns zuletzt die meisten Punkte geholt.“

Was die „Knappen“ unter ihrem neuen Trainer Markus Weinzierl, der im Frühjahr auch Thema bei RB gewesen ist, aktuell zur vielleicht gefährlichsten Mannschaft für die Leipziger nach den Bayern macht, wollte Hasenhüttl nicht sagen.

Genauer gesagt, er konnte nicht. Hat er jedenfalls behauptet. Er habe die Schalker, die seit zwölf Pflichtspielen nicht verloren haben,  zwar am Sonntag beim Spiel gegen Darmstadt gesehen (3:1), „aber mit der genauen Videoanalyse beginnen wir erst heute. Ich weiß wirklich noch nicht genau, was da auf uns zukommt.“

Man muss das nicht glauben. Hasenhüttl weiß nicht nur, wie man gefrorene Wangen warm zupft. Er ist Österreicher. Er weiß auch, wie man gezielt einen Eindruck für den Gegner als Botschaft vermittelt.

Diese Botschaft sollte am eiskalten Dienstag lauten: Wir nehmen euch ernst, aber nicht über die Maßen. In Hasenhüttls Worten klang das so: „Schalke will etwas von uns mitnehmen am Samstag. Das haben wir vernommen. Wir freuen uns drauf.“ (mz)