RBL gewinnt Testspiel

RB Leipzig gegen Konyaspor: Hasenhüttl ist nicht zufrieden mit seinem Team

Kematen - RB Leipzig gewinnt gegen den türkischen Pokalsieger - aber der Trainer ist unzufrieden.

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer
Dominik Kaiser von RB Leipzig im Zweikampf mit Gegespieler Abdou Razack Traore von Konyaspor. imago sportfotodienst

Es ist im Nachgang nie ganz klar, was ein Fußballtestspiel gewesen ist. Was wert an Erfahrung, Einsicht und Erkenntnis. Meist ist es irgendetwas zwischen gut, okay, so lala. In der Regel.

RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl war sich Dienstag frühen Abend hingegen schnell im Klaren darüber, was er da gesehen hatte am Fuß einer Tiroler Steilwand im Stadion des FC Bäckerei Ruezi Kematen. Und zwar einen Test gegen den türkischen Pokalsieger Konyaspor, der ihm „nicht gefallen“ hat.

Das Ergebnis war von geringer Bedeutung, auch das gehört zu Testspielen. RB Leipzig gewann seine dritte Vorbereitungsprobe durch einen direkten Freistoß von Emil Forsberg in der 7. Minute. Aber der Rest - die Pässe, Laufwege, das Stellungsspiel, die Kombinationen und Torchancenverwertungen – das alles, war nicht nach des Österreichers Geschmack.

Er sagte nach dem Spiel mit ernster Miene: „Wir haben nicht so gut gespielt, wie ich finde. Ein bisschen kompliziert, nicht so einfach, wie ich mir das vorstelle. Die Jungs sind lieber nach vorn als nach hinten gegangen.“

RB Leipzig: Oliver Burke mit schwachem Auftritt

Unerwartet freilich kam das etwas maue Spiel nicht zustande. Hasenhüttl hatte zwei Mannschaften jeweils eine Halbzeit vor 1423 Sommergelaunten Zuschauern auflaufen lassen. Die erste fand er schlechter als die zweite, was unter anderem an Oliver Burke gelegen haben mag, der im Trainingslager einen arg zerknirschten und weiterhin ungelenken Eindruck hinterlässt Er spielte die ersten 45 Minuten Sturmspitze ohne Fortune.

Dazu waren alle Neuerwerbungen 45 Minuten im Spiel, die vor des Trainers Augen gezeigt hätten, „dass einige Qualitäten haben, die uns helfen werden. Aber wir sind noch ein bisschen unsauber in unsere Aktionen.“ Und die jungen standen auf dem tiefen, stumpfen Rasen - Kühn, Abouchabaka und Palacios, der einen RB-internen Rekord aufstellte: Er wurde zwei Mal eingewechselt.

Marcel Sabitzer: Erst Kapitätsbinde, dann Verletzung

Das erste Mal für Marcel Sabitzer, der überraschend die Kapitänsbinde trug, obwohl der noch nicht abgewählte Dominik Kaiser in der 1. Halbzeit ebenfalls auf dem Rasen stand. Sabitzer bekam nach 24. Minuten einen Grätschenschlag auf den Unterschenkel, dass man „die Abdrücke der Stollen noch lange danach gesehen“ habe, meinte Hasenhüttl später. Er wurde „aus Sicherheitsgründen“ ausgewechselt. Diagnose: offen.

Zu seinem zweiten Einsatz kam Palacios in Halbzeit zwei. Dieses Mal ersetzte er Timo Werner, der nach einer über die Querlatte gepfefferten Großchance sich an den rechten Oberschenkel fasse und vom Feld humpelte. Ursache hierfür: ein geschlossener Muskel. Der habe zwar wieder aufgemacht, „und der Timo wollte wieder rein“, so Hasenhüttl. Aber auch im Fall des Stürmers griff die Vorsicht.

Zwei Verletzte, nur ein Tor, reihenweise versiebte Chancen und ein diffuser Eindruck einer kraftmüden Mannschaft, die „sich nicht weh tun wollte“, so Hasenhüttl – das war die Bilanz beim einzigen Test im Trainingslager, das Freitag mit einer Reise zum Emirates Cup nach London endet.

RB Leipzig: Trainer Hasenhüttl vermisst die Aggressivität

„Wir sind nicht aggressiv genug in die Zweikämpfe gegangen. Da haben wir uns schön rausgenommen in manchen Phasen“, murrte Hasenhüttl. Und jetzt geht es gegen Sevilla und Benfica Lissabon. Sind auch nur Tests, aber die werden schon auf den Kopf einwirken.

Deshalb, so der Trainer des Vorjahreszweiten, der in eine gewaltige Saison mit Liga, Pokal, Champions League und Erwartungshaltungen groß wie das Leipziger Uni-Hochhaus geht. So wie gegen Konyaspor? „Das geht natürlich nicht.“. (mz)